Eine Schubkarre mit Bauschutt steht auf einer Baustelle. (Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa)

Aus für Söterner Bauschuttdeponie?

Steffani Balle / Onlinefassung: Rebecca Kaiser   21.05.2019 | 18:06 Uhr

Die Bauschutt-Deponie in Sötern im Nordsaarland wird offenbar stillgelegt. Laut einem Gutachten soll sich der Betreiber nicht an die Vorschriften der Genehmigung gehalten haben. Demnach ist die Deponie wohl größer als eigentlich erlaubt.

Seit 2003 gibt es die Deponie in Nohfelden-Sötern und genauso lange sorgt sie zwischen dem Betreiber und der Bürgerinitiative im Ort für Streit. Der endet jetzt offenbar mit einem Knall: Das Bauschutt-Lager wird aller Voraussicht nach stillgelegt.

Wundersame Platzvermehrung – Weshalb eine Deponie einfach nicht voll wird (06.06.2019)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 06.06.2019, Länge: 06:02 Min.]
Wundersame Platzvermehrung – Weshalb eine Deponie einfach nicht voll wird (06.06.2019)

Deponie in Sötern vor dem Aus?
Audio [SR 3, 21.05.2019, Länge: 03:18 Min.]
Deponie in Sötern vor dem Aus?

Laut einem Gutachten soll sich der Betreiber nicht an die Genehmigung gehalten haben. Beauftragt wurde es vom Umweltministerium nachdem dort mehrere Anfragen der Bürgerinitiative eingingen. Diese hatten das Ministerium stutzig werden lassen. Denn wann immer die Initiative wissen wollte, wann die Deponie voll sei, erhöhte sich der zur Verfügung stehende restliche Platz.

Tatsächliches Volumen unbekannt

Die Vorahnung der Initiative wurde bestätigt: Die Deponie ist laut Gutachten vier Meter tiefer als erlaubt. Wie groß das Volumen tatsächlich ist, konnte der Betreiber, die AWS GmbH, auf SR-Anfrage nicht genau sagen. Auch Roland Krämer, Staatssekretär im Umweltministerium, wollte sich diesbezüglich nicht festlegen: "Es wird in eine Landschaft eine bestimmte Anlage hineingezeichnet und das ist das Maßgebende. Es steht da nicht in so einer Genehmigung als eine verbindliche Zahl drin, das ist eine Abschätzung, die aber nicht rechtsverbindlich ist. Verbindlich aber sind die Zahlen was Höhe, Tiefe und Breite betrifft."

Erneutes Gespräch mit Betreiber

Ohne gültige Genehmigung wird das Bauschutt-Lager stillgelegt – auch wenn das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) davor noch einmal das Gespräch mit dem Betreiber AWS suchen will. Die Chancen für eine Weiterführung wie bisher stehen aber eher schlecht.

Denn die AWS kann zwar eine neue Genehmigung beantragen, aber die Bürgerinitiative, die schon seit Jahren gegen die Deponie vorgeht, wird ihr das nicht leicht machen. Sie fordert, dass die Öffentlichkeit dann mit einbezogen wird und es eine Umweltverträglichkeitsprüfung gibt. Beides hat das Umweltministerium bereits zugesichert.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 21.05.2019 berichtet.

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