Ankunft von Frauen aus dem Lager Noé im Lager Gurs an einem regnerischen Tag im März 1941. (Foto: Mémorial de la Shoah, Paris)

Datenbank zu internierten Saarländern freigeschaltet

  07.05.2021 | 13:33 Uhr

Seit Freitag ist auf der Seite der Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes eine Datenbank zu den rund 500 Saarländerinnen und Saarländern freigeschaltet, die in der NS-Zeit im französischen Lager Gurs interniert waren. Die Datenbank soll laut Landeszentrale eine wichtige Rolle in der Erinnerungsarbeit spielen und den Einzelschicksalen ein Gesicht geben.

Die erste Datenbank aller im französischen Lager Gurs internierten Saarländerinnen und Saarländer ist auf dem Internetportal der Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes abrufbar. Anlass ist der Tag der Befreiung am 8. Mai.

Die Interniertendatenbank verzeichnet in Form von Tabellen unter anderem die Namen, Vornamen, Geburts- und Sterbeorte der rund 500 Gefangenen aus dem Saarland, die von 1939 bis 1944 im südfranzösischen Gurs interniert waren.

Biografien und Dokumente

Nach Angaben der Landeszentrale für politische Bildung zeigen zudem zahlreiche Kurzbiografien, historische Dokumente und Fotografien die jeweiligen Umstände der Internierung und das Leben im Lager. Auch die Deportationen vom Lager Gurs in die Vernichtungslager der Nationalsozialisten in Mitteleuropa, Entlassungen aus dem Lager oder Rettungsaktionen und Fluchtversuche werden dokumentiert - ebenso wie das Bemühen der Überlebenden, für das Erlebte entschädigt zu werden.

Einen Großteil der Angaben hat der Gurs-Experte und ehemalige Leiter des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Roland Paul, im Auftrag der Landeszentrale für politische Bildung ermittelt. Ergänzt werden diese Rechercheergebnisse unter anderem durch Auswertungen der Landesentschädigungsakten der Überlebenden.

Mit der Datenbank geben wir den Internierten mit ihrem jeweiligen Einzelschicksal ein Gesicht und bewahren ihre Namen und ihre Geschichte.

Datenbank als fester Bestandteil in Erinnerungsarbeit

Die Datenbank sei dabei kein abgeschlossenes Projekt, sondern diene weiterhin der Forschung und Entwicklung für die regionale Erinnerungsarbeit, sagte Dr. Sabine Graf, Leiterin des Fachbereiches Erinnerungsarbeit und historisch-politische Bildung der Landeszentrale für politische Bildung.

"Mit der Datenbank geben wir den Internierten mit ihrem jeweiligen Einzelschicksal ein Gesicht und bewahren ihre Namen und ihre Geschichte. Die Datenbank wird damit fester Bestandteil der Erinnerungsarbeit im Saarland", so Graf.


Am 8. Mai wird an die Befreiung vom Nationalsozialismus und die Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 erinnert. Der Tag wird in vielen europäischen Ländern gefeiert. In Deutschland ist er in Berlin ein gesetzlicher Feiertag.

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