Bildmontage: Saarlandkarte vor einer Laborangestellten mit Teströhrchen in der Hand (Foto: picture alliance/Eibner-Pressefoto | Weber/Eibner-Pressefoto)

40 Prozent mehr neue Fälle innerhalb einer Woche

Thomas Braun   13.04.2021 | 18:37 Uhr

Die Coronafallzahlen im Saarland sind in der vergangenen Woche deutlich gestiegen. Betroffen waren alle Altersgruppen - wenn auch unterschiedlich stark. Vor allem im südlichen Saarland hat das Infektionsgeschehen zugenommen. Am häufigsten beobachten die Ämter derzeit Ansteckungen innerhalb von Familien.

In der vergangenen Woche gab es im Saarland mit 1193 gemeldeten Corona-Infektionen fast 40 Prozent mehr neue Fälle als eine Woche zuvor. Die Zahlen stiegen in allen Altersgruppen. Bei den über 70-Jährigen haben sich die Fallzahlen verdoppelt - allerdings ausgehend von einem niedrigen Niveau. Die größten Zuwächse insgesamt gab es in den Altersgruppen zwischen 10 und 39 Jahren, bei kleineren Kindern stagnierten die Fallzahlen auf hohem Niveau.

Positivrate binnen drei Wochen verdoppelt

Bei den Testzahlen im Labor zeigte sich noch die Auswirkung der Oster-Feiertage - an Wochenenden und Feiertagen haben die meisten Ärzte ihre Praxen geschlossen, entsprechend niedrig ist die Zahl der Proben, die an die Labore gesandt wurden. Im größten saarländischen Labor in St. Ingbert zum Beispiel wurden zwar rund 400 Proben mehr analysiert als in der Woche vor Ostern, aber immer noch knapp 2500 weniger als eine Woche zuvor. Die Positivrate - also die Zahl der positiven Befunde an allen Proben - kletterte in diesen drei Wochen von 5,4 auf über zehn Prozent.

Deutliches Nord-Süd-Gefälle im Saarland

Regional betrachtet waren die südlichen Regionen des Saarlandes in der vergangenen Woche stärker betroffen als das Nordsaarland. Mit Ausnahme von Beckingen lagen im Nordsaarland alle Kommunen unter einem Inzidenzwert von 100 - entsprechend haben die beiden nördlichen Kreise Merzig-Wadern und St. Wendel derzeit auch die landesweit niedrigsten Inzidenzen.

Einen besonders deutlichen Anstieg gab es hingegen im Regionalverband Saarbrücken. Hier kletterte die Inzidenz binnen Wochenfrist von 90 auf 150. Im Regionalverband lag keine Kommune unter der 50er-Grenze - hingegen sechs Kommunen über einem Wert von 150. Auch der Kreis Neunkirchen ist stark betroffen - hier insbesondere getrieben durch hohe Fallzahlen in der Stadt Neunkirchen.

Häufig alle Familienmitglieder infiziert

Schon seit mehreren Wochen beobachten die Gesundheitsämter, dass vor allem die Ansteckungen innerhalb von Familien deutlich zunehmen. Gerade aufgrund der wesentlich ansteckenderen Virusvariante B 1.1.7. ist häufig die komplette Familie betroffen. Diesen Trend beobachten derzeit die Gesundheitsämter in allen saarländischen Landkreisen.

Rolle von Kitas und Schulen regional unterschiedlich

Unterschiedlich ist die Entwicklung derzeit noch in den Bildungseinrichtungen. Der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU) betonte am Sonntag noch einmal, dass es in seinem Landkreis in Schulen und Kitas nur Einzelfälle gebe. Ähnlich ist es derzeit beispielsweise auch im Saarpfalz-Kreis.

Im Regionalverband Saarbrücken hingegen geraten die Bildungseinrichtungen bereits etwas stärker in den Fokus. Von insgesamt 28 Fällen bei Kindern im Kita-Alter in der vergangenen Woche seien 15 Folgefälle in insgesamt drei Einrichtungen gewesen, teilte ein Sprecher auf SR-Anfrage mit. Folgefälle gab es auch an Schulen - auch wenn sie dort nicht so häufig aufgetreten sind, wie im Kita-Bereich.

Im beruflichen Umfeld registrierten die Behörden im Regionalverband in der vergangenen Woche keine größeren Ausbrücke, sondern meist nur einzelne Ansteckungen unter direkten Kollegen. Der Regionalverband verwies allerdings auch darauf, dass sich Ausbruchsgeschehen meist über einen längeren Zeitraum als nur eine Woche ziehen.

Zahl der Verstorbenen weiter niedrig - aber mehr Krankenhauspatienten

Die Zahl der Personen, die in Zusammenhang mit einer Coronainfektionen verstorben sind, lag mit insgesamt sechs gemeldeten Personen auf dem Niveau der vergangenen drei Wochen. Weiter gestiegen ist hingegen die Zahl der Krankenhauspatienten. Sie lag mit 169 stationär behandelten Personen, 53 davon auf Intensiv, am Sonntag etwa zehn Prozent höher als eine Woche zuvor.

Gestiegene Fallzahlen bei den Infektionen schlagen aber meist erst mit mehreren Tagen oder sogar Wochen Verspätung auf die Zahl der Krankenhauspatienten und Verstorbenen nieder - die Zahlen dürften also noch einmal steigen.

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