Bildmontage: Symbolhaftes Teströrchen mit der Aufschrift Covid-19 positiv hinter einer Saarlandkarte (Foto: picture alliance/Weber/Eibner-Pressefoto, SR)

Mehr Coronafälle, weniger Verstorbene

Thomas Braun   22.03.2021 | 11:34 Uhr

In den meisten Saar-Kommunen ist die Zahl der neuen Coronafälle in der vergangenen Woche gestiegen - über fast alle Altersgruppen hinweg. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion ist hingegen auf den niedrigsten Stand seit Mitte Oktober gesunken.

In der vergangenen Woche sind im Saarland insgesamt 645 neue Coronafälle gemeldet worden - rund neun Prozent mehr als noch eine Woche zuvor. Bundesweit sind die Fallzahlen im gleichen Zeitraum um gut 30 Prozent gestiegen. Das Saarland hat derzeit laut Robert Koch-Institut nach Schleswig-Holstein bundesweit die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz.

Fallzahlen in 31 Kommunen gestiegen

Der Anstieg der Fallzahlen verteilt sich auf 31 Städte und Gemeinden im Saarland, in fünf ist die Entwicklung konstant geblieben, in 16 sind die Zahlen im Vergleich zur Vorwoche gesunken.

Am stärksten betroffen ist - zumindest im Verhältnis zur Bevölkerungszahl - der Kreis St. Wendel. Drei der acht Kommunen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 liegen in dem kleinsten saarländischen Landkreis. Die Inzidenz für den gesamten Kreis stieg binnen Wochenfrist von 48,4 auf 90. Aufgrund der insgesamt niedrigen Bevölkerungszahl dort schlagen sich aber schon vergleichsweise geringe Anstiege der Fallzahlen deutlich in der Inzidenz nieder.

Ebenfalls ein deutliches Plus bei der Inzidenz von 74,7 auf 88,4 gab es im Kreis Neunkirchen. Mittlerweile liegen auch in diesem Kreis mit Neunkirchen, Ottweiler und Spiesen-Elversberg wieder drei Kommunen über einem Sieben-Tage-Wert von 100. In den anderen Kreisen ist die Entwicklung vergleichsweise konstant verlaufen.

Anstieg über fast alle Altersgruppen hinweg

Der noch vor zwei Wochen zu beobachtende Trend, dass sich zunehmend Jüngere mit dem Coronavirus anstecken, hat sich in der vergangenen Woche nicht fortgesetzt. Zwar gibt es bei den 0- bis 9-Jährigen ein Viertel mehr Fälle, in der Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen und insbesondere bei den 20- bis 29-Jährigen sind die Zahlen aber gesunken.

Ebenfalls einen deutlichen Rückgang gab es bei den über 80-Jährigen. In allen anderen Altersgruppen sind die Zahlen hingegen gestiegen.

Zahl der Verstorbenen deutlich gesunken

Die Fallzahlen bei den über 80-Jährigen sind seit Wochen rückläufig - im Vergleich zur ersten Januarwoche ein Rückgang um fast 90 Prozent. Diese Entwicklung wirkt sich auch auf die Statistik mit den Sterbefällen aus. In den vergangenen sieben Tagen wurden im Saarland fünf Todesfälle in Zusammenhang mit einer Coronainfektion gemeldet - der niedrigste Wert seit Mitte Oktober.

Die Belegungszahlen in den saarländischen Krankenhäusern sind seit Anfang März - mit einigen leichten Schwankungen - konstant. Zuletzt wurden 111 Patienten stationär behandelt und 42 auf Intensivstation.


Inzidenzwert richtig einordnen

In unserer interaktiven Karte haben wir uns bei der Berechnung der Inzidenz an der Berechnungsweise des RKI für die Landkreise und für internationale Vergleiche orientiert. Die Fallzahlen werden dabei auf einen Wert pro 100.000 Einwohner umgerechnet und sind somit untereinander vergleichbar.

Die meisten Gemeinden im Saarland haben zwischen 10.000 und 20.000 Einwohner - der Inzidenzwert ist dort also rund fünf bis zehnmal höher als die tatsächlichen Infektionszahlen. Deshalb geben wir in der interaktiven Karte neben der Inzidenz immer auch die absoluten Fallzahlen an.

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