Bildmontage: Symbolhaftes Teströrchen mit der Aufschrift Covid-19 positiv hinter einer Saarlandkarte (Foto: picture alliance/Weber/Eibner-Pressefoto, SR)

Nur leichte Schwankungen bei Neuinfektionen in Saar-Orten

Melina Miller   15.03.2021 | 21:50 Uhr

Die Corona-Lage im Saarland ist in der vergangenen Woche weitestgehend stabil geblieben. Eine leichte Verschiebung gab es bei der Altersstruktur - dort ist die Inzidenz bei den Jüngeren etwas gestiegen. Insgesamt hat das Saarland nach wie vor die drittniedrigste Inzidenz bundesweit.

In gut der Hälfte der saarländischen Kommunen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Das entspricht ungefähr der Entwicklung der Vorwoche. Über einem Wert von 100 liegen noch fünf Kommunen - drei weniger als in der Woche zuvor. Allerdings ist die durchschnittliche Inzidenz bei den Spitzenreitern mit 135 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner höher als in der Vorwoche, wo sie bei rund 123 lag.

Höchste Inzidenz in Völklingen

Die saarlandweit meisten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gibt es aktuell in Völklingen: Dort liegt die Inzidenz bei knapp 173. Nach Angaben des Regionalverbands Saarbrücken gibt es keine größeren Ausbrüche, die dafür verantwortlich sind. Die Infektionen verteilten sich auf mehrere Familien und Haushalte, teilte ein Sprecher mit.

Die vermuteten Ungenauigkeiten bei falsch-positiven Schnelltests stünden in keinem Zusammenhang mit der Inzidenz. In die Fallzahlen-Statistik würden nämlich nur die positiven Ergebnisse aufgenommen, die durch einen PCR-Test bestätigt worden seien, so der Sprecher.

Schlusslichter bei den Inzidenzwerten sind momentan die Gemeinden Ensdorf, Großrosseln, Gersheim, Bous und Mandelbachtal - dort wurde in der vergangenen Woche kein einziger neuer Coronafall gemeldet.

Verlagerung auf Jüngere

Insgesamt verlagern sich die Neuinfektionen zunehmend auf die jüngeren Saarländerinnen und Saarländer, wie die Meldedaten des Robert-Koch-Instituts zeigen. So ist beispielsweise die Sieben-Tage-Inzidenz bei den 0- bis 4-Jährigen und den 10- bis 14-Jährigen, also der Gruppe der Kita- und Schulkinder, in der vergangenen Woche leicht gestiegen. Die meisten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gab es in der Gruppe der 25- bis 29-Jährigen.

Die Zahl der älteren Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, ist im Saarland in der vergangenen Woche dagegen weiter gesunken. So liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei den über 80-Jährigen aktuell bei 65. Vor zwei Wochen gab es noch rund 70 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in dieser Altersgruppe.

Bei den 65- bis 69-Jährigen ist die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche um rund 32 Prozent gesunken, bei den 55- bis 60-Jährigen sogar um fast 40 Prozent.

Zahl der Sterbefälle stabil

Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion ist im Vergleich zur Vorwoche konstant geblieben: In der vergangenen Woche meldeten die saarländischen Gesundheitsbehörden 20 Verstorbene. Allerdings wurden rund 13 Prozent weniger Menschen aufgrund einer Coronainfektion intensivmedizinisch behandelt.

Ebenfalls gesunken ist die Zahl der Covid-19-Patientinnen und Patienten, die auf der Normalstation behandelt werden. Diese positiven Effekte seien erste Auswirkungen der Impfungen, erklärte zuletzt auch der Homburger Virologe Dr. Jürgen Rissland.

Drittniedrigste Inzidenz bundesweit

Insgesamt liegt das Saarland mit einer Inzidenz von rund 60 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner momentan deutlich unter dem bundesweiten Wert von knapp 83 und belegt damit den dritten Rang im Deutschland-Vergleich. Noch niedriger ist die Inzidenz laut RKI derzeit nur in Schleswig-Holstein und in Rheinland-Pfalz.


INZIDENZWERT RICHTIG EINORDNEN

In unserer interaktiven Karte haben wir uns bei der Berechnung der Inzidenz an der Berechnungsweise des RKI für die Landkreise und für internationale Vergleiche orientiert. Die Fallzahlen werden dabei auf einen Wert pro 100.000 Einwohner umgerechnet und sind somit untereinander vergleichbar.

Die meisten Gemeinden im Saarland haben zwischen 10.000 und 20.000 Einwohner - der Inzidenzwert ist dort also rund fünf bis zehnmal höher als die tatsächlichen Infektionszahlen. Deshalb geben wir in der interaktiven Karte neben der Inzidenz immer auch die absoluten Fallzahlen an.

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