Symbolbild: Computerbildschirm mit Youtube-Video des Y-Kollektivs (Foto: picture alliance/dpa | Nicolas Armer)

Cybermobbing mit gefälschten SR-Beiträgen

  24.03.2021 | 16:14 Uhr

In einem Fall von Cybermobbing und Rufmord gegen einen Saarländer sind auch gefälschte Onlineartikel des SR verwendet worden. Das hat das Journalisten-Netzwerk Y-Kollektiv herausgefunden. Der SR prüft derzeit rechtliche Schritte aufgrund der Fälschung.

Das Y-Kollektiv, ein Format des öffentlich-rechtlichen Contentnetzwerks funk von ARD und ZDF, hat in der Web-Reportage "Cybermobbing und Rufmordkampagnen im Darknet" auf den Fall im Saarland aufmerksam gemacht.

Ein betroffener Saarländer kämpft seit Jahren gegen die Verbreitung von Falschinformationen über ihn im Internet. Außerdem erhält der 49-Jährige teils schwerwiegende Drohungen - online und telefonisch, wie das Kollektiv berichtet. Wer hinter der Rufmord-Kampagne gegen ihn steckt, wisse der Betroffene bis heute nicht.

Artikel über Missbrauchsverdacht gefälscht

Im Rahmen dieser Kampagne gegen den Mann wurden auch SR-Beiträge gefälscht und verbreitet. Unter anderem war ein Artikel des SR-Reporters Janek Böffel zu Missbrauchsvorwürfen an einer saarländischen Klinik davon betroffen. Böffel selbst hat erst durch die Recherchen des Y-Kollektivs von den Fälschungen erfahren.

Keine Namensnennung

Dass es sich dabei nicht um Original-Artikel des SR handelt, erkennt man in dem beschriebenen Fall vor allem daran, dass der Name des Mannes genannt wurde: "Es ist immer eine ganz genaue Abwägung, ob wir Täternamen nennen. Da geht es selbst bei schweren Straftaten auch um Persönlichkeitsrechte", erklärt Böffel.

"Selbst wenn der Betroffene irgendetwas damit zu tun gehabt hätte, hätte sein Name dort nichts verloren. Dass in solchen Zusammenhängen Namen genannt werden, sollte mindestens stutzig machen."

Der SR prüft derzeit, ob und inwieweit rechtliche Schritte eingeleitet werden.


Betroffene von Cybermobbing können sich unter anderem an das "Bündnis gegen Cybermobbing" wenden oder sich beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend informieren.

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