Eine Pflegeschwester sitzt mit Heimbewohnern im Kreis bei einem Beschäftigungsspiel. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Bodo Schackow)

Corona-Lage in Altenheimen entspannt

  13.08.2021 | 13:29 Uhr

Die Coronalage in den Alten- und Pflegeheimen ist im Saarland bislang entspannt. Derzeit infizieren sich vor allem jüngere Menschen. Das spiegelt sich auch bei den Patientinnen und Patienten wider, die wegen einer Coronainfektion auf der Intensivstation behandelt werden müssen.

In den saarländischen Alten- und Pflegeheimen hat es in den vergangenen fünf Wochen insgesamt elf bestätigte Corona-Fälle gegeben. Das hat das Gesundheitsministerium dem SR mitgeteilt. Bei zehn Betroffenen handelte es sich um Beschäftigte. Zudem wurde ein Bewohner positiv getestet.

Mehr Infektionen bei Jüngeren

Dass sich derzeit wenige ältere Menschen mit dem Coronavirus infizieren, zeigt sich auch beim Blick auf die Inzidenzen in den einzelnen Altersklassen. In der Altersgruppe über 65 sind die Inzidenzen in den letzten Wochen oft im einstelligen Bereich. Anders sieht es hingegen bei den Jüngeren aus: Sie infizieren sich deutlich häufiger. In der vergangenen Woche lag die Inzidenz bei den 20-24-Jährigen im Saarland laut Robert Koch-Institut etwa bei über 80.

Vor allem jüngere Patienten auf Intensivstationen

Diese Situation spiegelt sich auch bei den Krankenhauszahlen im Saarland wider. Zum ersten Mal seit Mai ist die Zahl der Coronapatienten auf den saarländischen Intensivstationen wieder angestiegen – wenn auch bislang nur leicht.

"Im Moment haben wir sehr langsam steigende Zahlen. Man kann sagen pro Woche kommt etwa ein neuer Patient dazu", sagt Dr. Philip Lepper, Leitender Oberarzt Intensivmedizin Homburg im SR-Interview. Derzeit seien die Intensivstationen noch nicht erheblich belastet, man müsse jedoch im Auge behalten, wie sich die Zahlen entwickeln.

Prof. Philipp Lepper zu den Covid-19-Fällen auf der Homburger Intensivstation
Audio [SR 3, Interview: Renate Wanninger, 13.08.2021, Länge: 03:04 Min.]
Prof. Philipp Lepper zu den Covid-19-Fällen auf der Homburger Intensivstation

Impfquote bei Älteren hoch

Laut Gesundheitsministerium (aktueller Stand, 11. August) werden auf den Intensivstationen derzeit 13 Patientinnen und Patienten mit einer Coronainfektion behandelt. Betroffen sind inzwischen vor allem Menschen unter 40 Jahren, die ungeimpft sind und keine Vorerkrankungen haben, so Lepper.

Ein Grund dafür ist seiner Ansicht nach auch die hohe Impfquote bei den Älteren. "Gerade der Impfanteil bei den über 60-Jährigen im Saarland ist extrem hoch, da liegen wir sehr gut. Bei den Jüngeren müssen wir noch nacharbeiten", erläutert der Intensivmediziner.

Das Durchschnittsalter der Corona-Infizierten lag nach RKI-Angaben zu Beginn des Jahres deutschlandweit bei 77, aktuell liegt es bei 47 Jahren.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 13.08.2021 berichtet.

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