Symboldbild mit Coronavirus und Saarlandkarte (Foto: SR/Jens Gerlach)

Mehr Neuinfektionen in 80 Prozent der Saar-Kommunen

Thomas Braun   10.12.2020 | 12:56 Uhr

In den meisten saarländischen Städten und Gemeinden ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche gestiegen. Nur zum Teil lässt sich der Anstieg durch Ausbrüche in Gemeinschaftseinrichtungen erklären.

In 42 der insgesamt 52 saarländischen Kommunen gab es in den vergangenen sieben Tagen mehr neue Coronafälle als noch eine Woche zuvor - darunter auch viele Kommunen, in denen die Fallzahlen zuvor noch gesunken waren. Einen stetigen Rückgang über mindestens zwei Wochen in Folge verzeichneten die Kreisbehörden nur in Mettlach und Perl.

33 Prozent mehr Fälle als eine Woche zuvor

Saarlandweit stieg die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche um gut 33 Prozent auf fast 1700 neue Fälle. Teilweise lässt sich dieses Plus mit größeren Ausbruchsgeschehen in Pflege- und anderen Gemeinschaftseinrichtungen erklären, wie auch der Homburger Virologe Jürgen Rissland im SR-Interview betonte. Aber eben nur teilweise: In vielen Fällen bleibt es bei einem diffusen Geschehen.

Das zeigt sich beispielsweise in Saarbrücken. Dort gab es mit fast 400 positiven Testergebnissen binnen Wochenfrist einen neuen Höchststand. Gut zehn Prozent davon betreffen nach Angaben des Regionalverbandes Ausbrüche in mehreren Pflegeheimen. Zudem gab es mehrere kleine Fälle an Schulen. Der weitaus größere Teil hingegen kann keinem Ausbruchsgeschehen zugeordnet werden.

Hotspots nach Ausbrüchen in Einrichtungen

Die Inzidenz in der Landeshauptstadt ist auf 220 Fälle binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gestiegen - einer der höchsten Werte landesweit. Höher sind die Inzidenzen derzeit nur in Kleinblittersdorf, Nohfelden und Tholey.

In Kleinblittersdorf ist der Anstieg klar auf einen Ausbruch in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung zurückführen. In St. Wendel war ein Pflegeheim betroffen. In Tholey hingegen gab es nach Angaben des Landkreises St. Wendel kein bekanntes größeres Ausbruchsgeschehen, auf das der Anstieg der Fallzahlen zurückzuführen wäre.

Sieben-Tage-Inzidenz nur in einem Ort unter 50

Insgesamt hat sich die Lage im Saarland wieder etwas verschärft. Gab es in der vergangenen Woche noch acht Kommunen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50, liegt aktuell nur noch Kirkel unter diesem Schwellenwert. In drei Viertel aller Kommunen liegt die Inzidenz wieder über 100.

INZIDENZWERT RICHTIG EINORDNEN

In unserer interaktiven Karte haben wir uns bei der Berechnung der Inzidenz an der Berechnungsweise des RKI für die Landkreise und für internationale Vergleiche orientiert. Die Fallzahlen werden dabei auf einen Wert pro 100.000 Einwohner umgerechnet und sind somit untereinander vergleichbar.

Die meisten Gemeinden im Saarland haben zwischen 10.000 und 20.000 Einwohner - der Inzidenzwert ist dort also rund fünf bis zehnmal höher als die tatsächlichen Infektionszahlen. Deshalb geben wir in der interaktiven Karte neben der Inzidenz immer auch die absoluten Fallzahlen an.

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