Ein Corona-Patient wird in den TGV im Straßburger Bahnhof gehoben (Foto: dpa/Jean-Marc Loos)

Weiterhin viele Corona-Infizierte in Grand-Est

Mit Informationen von dpa und AFP   26.03.2020 | 13:33 Uhr

In der französischen Region Grand-Est waren am Mittwoch nach Angaben von France 3 rund 5500 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die meisten davon befinden sich im südlichen Elsass. Die Kurve der festgestellten Infizierten steigt in Grand-Est weiter steil an.

Die gesamte französische Region Grand-Est ist einer der Coronavirus-Brennpunkte in Frankreich. Nach Angaben der regionalen Gesundheitsbehörde ARS waren bis Mittwoch 3068 Menschen mit einer Sars-CoV-2-Infektion in Krankenhäusern untergebracht. Fast 651 davon sind Patienten auf Intensivstationen. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Region mehr als 500 Todesfälle verzeichnet. Frankreichweit gibt es die meisten Corona-Infizierten in der Region Ile de France, der dicht bevölkerten Region um Paris. An zweiter Stelle liegt Grand-Est.

Corona-Patienten werden per TGV verlegt

Am Donnerstagvormittag wurden 20 Covid-19-Patientinnen und -Patienten mit einem TGV aus Ostfrankreich in die westfranzösische Region Pays de la Loire transportiert. Dadurch sollen die Intensivstationen vor allem in Haut-Rhin sowie dem angrenzenden Département Bas-Rhin entlastet werden.

Frankreich will deutlich mehr Tests durchführen

Am Mittwoch hatte der Generaldirektor im Gesundheitsministerium, Jérôme Salomon, angekündigt, dass in Frankreich die Tests auf das neuartige Coronavirus deutlich ausgeweitet würden: In rund zehn Tagen sollen bis zu 30.000 Tests pro Tag möglich sein. Das wären gut drei Mal so viele wie bisher.

Offizielle Zahlen nicht vollständig

Derzeit gibt es in Frankreich keine verlässlichen Zahlen zur Gesamtzahl der Infizierten. Die nationale Gesundheitsbehörde Santé Publique France gab am Donnerstag bekannt, Hausärzte hätten in der vergangenen Woche schätzungsweise mehr als 40.000 neue Fälle von Covid-19 diagnostiziert.

Offiziell liegt die Zahl der bestätigten Infizierten aber nur bei rund 25.000 seit Beginn der Epidemie.

Auch die Zahl der Todesopfer ist nicht vollständig: Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben in Frankreich bisher 1331 Infizierte. Diese Zahl umfasst jedoch nur Tote in Krankenhäusern. Verstorbene Menschen etwa in Altenheimen werden nicht erfasst, da die Testkapazitäten nicht ausreichen. Die Gesundheitsbehörde hat deshalb nach eigenen Angaben damit begonnen, Totenzahlen aus rund 3000 Gemeinden auszuwerten.

Macron besucht Armeekrankenhaus in Mülhausen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron während eines Besuches im Armeekrankenhaus in Mulhouse (Quelle: dpa) (Foto: dpa)
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron während eines Besuches im Armeekrankenhaus in Mulhouse (Quelle: dpa)

Der französische Präsident Emmanuel Macron demonstriert unterdessen seine Solidarität mit der vom RKI als Risikogebiet eingestuften Region Grand-Est. Am Mittwochabend hatte er das Armeekrankenhauses in Mülhausen (Mulhouse) im Süd-Elsass besucht. Dort kündigte er eine Militäroperation zur Unterstützung der Bevölkerung an. Die „Opération Resilience“ solle ganz der Hilfe und Unterstützung der Bevölkerung sowie der Unterstützung der öffentlichen Dienste zur Bewältigung der Coronavirus-Pandemie dienen, sagte der sichtlich mitgenommene Präsident.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 26.03.2020.

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