Computervisualisierung eines Corona-Virus (Foto: cdc/unsplash)

Bisher noch keine Virus-Mutation im Saarland nachgewiesen

Steffi Schlutter / Onlinefassung: Sandra Schick   17.01.2021 | 15:46 Uhr

Im Saarland ist bislang noch keine der neuen Mutationen des Coronavirus aus Großbritannien oder Südafrika aufgetaucht. Wie die Virologin Sigrun Smola dem SR mitteilte, seien 200 positive Abstriche einer ersten Untersuchung unterzogen worden. In den kommenden Wochen seien aber weitere Tests geplant.

Video [aktueller bericht, 18.01.2021, Länge: 4:03 Min.]
Saar-Forscher suchen nach Corona-Mutationen

Die Virologin Sigrun Smola sagte dem SR, dass in den kommenden Wochen weitere Virus-Sequenzierungen erfolgen sollen. Genom-Sequenzierung ist eine Analysemethode, die es ermöglicht, Veränderungen im Bauplan des Virus zu entdecken. Geplant sind Untersuchungen bis Ende März von insgesamt 1000 positiven Abstrichen. Dafür hat die Staatskanzlei nun Gelder in Höhe von 80.000 Euro zur Verfügung gestellt.

5800 Abstrichproben zur Verfügung

Auf der Suche nach Mutationen des Coronavirus im Saarland arbeiten zwei Institute Hand in Hand: Das Homburger Institut für Virologie unter der Leitung von Prof. Sigrun Smola und das Institut für Epigenetik auf dem Saarbrücker Uni-Campus unter Leitung von Prof. Jörn Walter. Gemeinsam wurde in den vergangenen Monaten an verschiedenen Verfahren gearbeitet, mit denen Virus-Veränderungen entdeckt und ausgewertet werden können.

Die Virologie kann dabei nicht nur auf aktuelle Abstriche zurückgreifen, sondern verfügt zudem über ein Tiefkühl-Archiv, in dem derzeit 5800 positive Abstriche aus dem gesamten Saarland aufbewahrt werden.

Ausmaß der Ausbreitung in Deutschland unklar

Die zuerst in Großbritannien entdeckte und nachgewiesene neue Coronavirus-Variante SARS-CoV-2 VOC 202012/01 ist inzwischen auch in vielen anderen Ländern aufgetreten. Völlig unklar ist aber derzeit, wie stark und schnell sich die Variante in Deutschland bereits ausgebreitet hat.

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Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 17.01.2021 berichtet.

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