Campus-Center der Universität des Saarlandes (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Saar-Uni startet Corona-Hilfsprogramm

  06.04.2020 | 12:03 Uhr

Die Saar-Uni hat ein Hilfsprogramm in der Corona-Krise beschlossen. Studenten, die etwa ihren Nebenjob verloren haben, können finanzielle Unterstützung erhalten. Auch Ladeninhaber auf dem Campus sollen unterstützt werden.

Kneipen, Kleidergeschäfte und Dienstleistungsbetriebe sind für Studenten beliebte Arbeitsfelder. Dort verdienen sie Geld, mit dem sie ihr Studium finanzieren. Doch weil gerade solche Branchen von den Schließungsgeboten in Corona-Zeiten besonders betroffen sind, bekommen viele Studenten Probleme mit dem Lebensunterhalt.

Finanzhilfe für Studenten möglich

Damit die sich nicht existenzbedrohend auswachsen, hat die Universität des Saarlandes nun angekündigt, Betroffenen im Einzelfall direkte Finanzhilfe bereitzustellen. Auch ihren internationalen Studenten hat die Hochschule Unterstützung zugesichert. Das Antragsverfahren für das Hilfsprogramm, das sich an Studenten in Notsituationen richtet, wird in Kürze auf der Corona-Webseite der Universität www.uni-saarland.de/corona bekanntgegeben.

Die Mitarbeiter der Uni seien im Normalfall finanziell abgesichert, die Hochschule hat ihnen volle Lohnfortzahlung zugesichert. „Sollte es jedoch in Einzelfällen zu Notlagen etwa dadurch kommen, dass Familienmitglieder von Uni-Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren, wird die Universität vorhandene Hilfsmöglichkeiten prüfen“, sagte Uni-Präsident Manfred Schmitt.

Mieten werden erlassen

Schwieriger sieht es für Betreiber von Geschäften auf dem Campus aus - vom Friseur über den Buchhändler bis zum Café-Betreiber. Durch die Schließung der Universität sind ihre Einnahmen vollständig weggebrochen. Um den finanziellen Schaden abzufedern, würden ihnen für April und Mai die Mieten erlassen, kündigte die Uni an. Auch für Mieter im Starterzentrum, die eventuell durch die Krise unverschuldet in Not gerieten, werde nach Lösungen gesucht.
 
Um den Lehrbetrieb auf digitalem Wege aufrechterhalten zu können, arbeite die Hochschule mit Hochdruck an technischen und organisatorischen Lösungen. An der Hochschule für Technik und Wirtschaft ist am Montag bereits ein Online-Angebot mit rund 2000 Lehrveranstaltungen angelaufen.

Uni will Mittel selbst aufbringen

Den finanziellen Aufwand für die geplanten Maßnahmen beziffert die Uni nach ersten Grobschätzungen auf zwei bis drei Millionen Euro. Die Universität teilte mit, sie sei bemüht, diese Mittel selbst aufzubringen. Dafür sollen Gelder umgewidmet und Investitionen angepasst werden. So prüfe das Präsidium derzeit, die bestehenden Fonds für Projekte in Lehre und Studium in den kommenden zwei bis drei Jahren schwerpunktmäßig für Vorhaben zur Digitalisierung der Lehre einzusetzen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 06.04.2020 berichtet.
 

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