Ein Wissenschaftler untersucht eine Probe (Foto: Sebastian Knöbber)

Labore im Saarland könnten an Kapazitätsgrenze kommen

  25.08.2020 | 20:24 Uhr

Die Gesundheitsbehörden im Saarland haben die Nachverfolgung von positiv getesteten Corona-Fällen aktuell unter Kontrolle. Die Kapazitätsgrenze von 2000 Testungen pro Tag könnte aber mit Blick auf die kommende Grippesaison bald überschritten werden.

Astrid Schramm, Sprecherin der Linkenfraktion im saarländischen Landtag, sieht wegen der Testkapazitäten dringenden Handlungsbedarf: "Wir hören auf der einen Seite, dass es in Grand Est einen großen Bereich von 350 Teststationen gibt mit täglich 7000 Testungen. Wir hören parallel, Luxemburg testet 17.000 pro Tag. Wir liegen bei 1200, das ist sehr unbefriedigend, zumal eine zweite Welle ja noch ansteht."

Kein Anstieg in der Grenzregion

Bei der Sitzung des Gesundheits- und Sozialausschusses des Landtages zur aktuellen Coronalage am Dienstag war erstmals eine Vertreterin der französischen Gesundheitsbehörde zugeschaltet. Nachdem Regionen in Südfrankreich und Paris inzwischen zu Risikogebieten erklärt worden sind, wurde ihr Bericht hier mit Spannung erwartet.

Der Ausschussvorsitzende Magnus Jung (SPD) zeigte sich erleichtert über die Situation in der Grenzregion: "In der Region Grand Est und insbesondere im Département Moselle ist das Infektionsgeschehen auf einem relativ niedrigen Niveau. Dort konnte auch in den letzten Wochen kein Anstieg der Infektionszahlen festgestellt werden. Die medizinische Versorgung in den Krankenhäusern ist völlig problemlos gewährleistet, und wir haben auch gehört, dass der Austausch mit den saarländischen Behörden gut funktioniert."

Offene Fragen bei Lohnfortzahlung

Aufklärungsbedarf von Seiten der Landesregierung sieht der Ausschuss bei der finanziellen Situation von Eltern, deren Kinder in Quarantäne müssen. Sei das Kind in Quarantäne, ohne krank zu sein, gebe es Leistungen nach dem Infektionsschutzgesetz – zunächst über den Arbeitgeber, so der Ausschussvorsitzende Jung.

Ist ein Kind positiv getestet, erhalte der Elternteil, das zu Hause bleibe, zehn Tage lang Lohnfortzahlung über die Krankenkasse. "Das kann übertragen werden zwischen den Eltern auf maximal dann 20 Tage pro Kind", sagt Jung.

Für den Fall, dass diese Tageszahl ausgeschöpft sei, stünden derzeit aber keine klaren Regelungen zur Verfügung. "Wir wissen leider nicht – und das konnten wir auch heute nicht in Erfahrung bringen – in wie vielen Fällen diese Problematik droht." Die Krankenkassen seien jetzt aufgefordert, die nötigen Daten zu liefern, so der Ausschussvorsitzende.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht im SR Fernsehen am 25.08.2020 berichtet.

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