Internettrend #stayathomechallenge (Foto: SR/Felix Schneider/Fotomontage aus Facebook-Screenshots)

Wir bleiben für euch da! Bleibt ihr bitte zuhause!

Anja Geis/Katrin König   19.03.2020 | 18:26 Uhr

Frankreich hat sie, Belgien hat sie, Italien hat sie: Eine Ausgangssperre. Deutschland zögert noch. Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin appellieren an die Menschen, zuhause zu bleiben und soziale Kontakte bis auf das Nötigste zu vermeiden, damit unser Gesundheitssystem nicht kollabiert. Doch die Menschen scheinen die Gefahr viel zu häufig auf die leichte Schulter zu nehmen. Im Netz verbreitet sich derweil rasant die Aktion: #stayathome - #bleibtzuhause.

"Wir bleiben für Euch da"- das schrieb die Gesundheits- und Krankenpflegerin Jenny Anstadt von der Uniklinik in Homburg am Dienstag auf Facebook. Dazu postete sie ein Bild mit mehreren Kolleginnen und Kollegen in medizinischer Schutzkleidung. Sie halten kleine Schilder in die Kamera. Zusammengesetzt ergeben sie den Satz: "Wir bleiben für euch da!! Bleibt ihr bitte für uns daheim!!". Dahinter steckt der Appell an die Menschen, in der Cornoakrise zuhause zu bleiben und das Haus nur für die notwendigsten Dinge zu verlassen. Soziale Distanz, um das Coronavirus einzudämmen, damit unser Gesundheitsystem nicht kollabiert.

Internettrend #stayathomechallenge (Foto: SR/Felix Schneider/Fotomontage aus Facebook-Screenshots)
Jenifer Damith macht auch mit bei der #stayathomechallenge

Einen Tag zuvor hatte die Österreicherin Jenifer Damith einen ganz ähnlichen Post veröffentlicht. Auch sie arbeitet in einem Krankenhaus. Mit dem eindringlichen Appell "Bleibt zuhause" richten sich immer mehr Pflegekräfte, Ärzte und Rettungsdienstmitarbeiter in sozialen Netzwerken an die Bevölkerung und werben für Solidarität. Die Menschen sollen möglichst zuhause bleiben. Nur so sei die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Möglicherweise die einzige Chance für das Gesundheitssystem, die Krise zu bewältigen.

In einem Interview mit der österreichischen "Kronen-Zeitung” appellierte Damith an die Menschen:: “Haltet euch an die empfohlenen Maßnahmen! Wenn nicht, müssen wir in Zukunft vielleicht Tag und Nacht durcharbeiten, um den erkrankten Menschen zu helfen, und das nonstop. Denn auch wir sind nur Menschen und können uns anstecken. Wir sind an vorderster Front und kämpfen gegen das Virus – bitte unterstützt uns dabei!”

Auch andere Branchen beteiligen sich an #stayathome

Viele folgen seitdem dem Beispiel, verbreiten Fotos mit dieser und ähnlichen Botschaften in sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und Twitter. Mittlerweile haben sich auch andere Berufsgruppen angeschlossen: Feuerwehrleute, Rettungsdienstmitarbeiter, Polizisten oder Mitarbeiter der Ordnungsdienste.

Aktion "Bleibt daheim" der Stadt St. Ingbert (Foto: Stadt St. Ingbert)
Aktion "Bleibt daheim" der Stadt St. Ingbert

Auch die Stadt St. Ingbert hat sich spontan an der Aktion auf Facebook beteiligt: „Ich fand die Idee direkt gut. Die Leute sollen wirklich zuhause bleiben und nur noch das tun, was wirklich nötig ist. Denn zuhause bleiben heißt auch, die anderen zu schützen", sagt der Oberbürgermeister der Stadt St. Ingbert, Dr. Ulli Meyer. Denn nicht nur der Pflegesektor muss dringend aufrecht erhalten werden, sondern auch viele andere Bereiche der öffentlichen Infrastruktur wie beispielsweise die Müllabfuhr.

#stayathomechallenge (Foto: SR / Felix Schneider)
#stayathomechallenge

Die Fallzahlen steigen unterdessen jeden Tag schneller. Das RKI warnt mittlerweile davor, dass sich in zwei Monaten alleine in Deutschland zehn Millionen Menschen infiziert haben könnten. Das Gesundheitswesen werde von dieser Welle der Erkrankungen völlig überfordert sein. Umso wichtiger ist es jetzt, die empfohlenen Maßnahmen zu beherzigen - und Abstand zu halten.

Macht mit: #wirbleibenfuereuchda #bleibtzuhause #stayathome

Ihr wollt euch beteiligen und ebenfalls ein Zeichen der Solidarität setzen? Dann postet uns eure Bilder mit euren selbsgebastelten Schildern auf unsere Facebook-Seite von SR.de oder schickt sie per Email an post@sr.de.

Auch die SR Mitarbeiter machen bei der Aktion stayathome mit (Foto: SR)
Auch die SR Mitarbeiter machen bei der Aktion stayathome mit. Ihr auch?

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