Blutentnahmeröhrchen mit Aufschrift Covid-19, Symbolfoto Coronavirus (Foto: picture alliance/Bildagentur-online/Ohde)

Zehn Sonnenberg-Patienten in Quarantäne

Thomas Gerber   02.06.2020 | 08:25 Uhr

Wegen eines Coronafalls befinden sich derzeit rund zehn Patienten der Psychiatrie der Sonnenbergklinik in Quarantäne und mussten auf eine spezielle Station verlegt werden. Der Fall könnte sich ausweiten, da Kontakte im privaten Umfeld einer Infizierten noch ermittelt werden.

SR-Reporter Thomas Gerber über den Corona-Fall auf dem Sonnenberg
Audio [SR 3, Studiogespräch: Renate Wanninger, 02.06.2020, Länge: 02:48 Min.]
SR-Reporter Thomas Gerber über den Corona-Fall auf dem Sonnenberg

Anlass ist der Fall einer wohnungslosen Frau. Die 47-Jährige war vergangenen Donnerstag in offenbar stark alkoholisiertem Zustand in der Psychiatrie aufgenommen worden. Dabei wurde sie - obwohl sie keine Symptome hatte - routinemäßig auf Corona getestet. Die wohnungslose Frau wurde aber laut Regionalverband am nächsten Tag noch vor Vorliegen des Testergebnisses entlassen.

Sechs Polizeibeamte in Quarantäne

Als das positive Ergebnis vorgelegen habe, habe die Klinik die Polizei eingeschaltet, die die Frau aufgreifen konnte. Sie sei zunächst in ein Einzelzimmer auf einer Covid-Station eines Pflegeheims gebracht worden. Die 47-Jährige habe das Heim aber eigenständig verlassen und sei dann erneut von der Polizei aufgegriffen worden. Sie befinde sich nunmehr auf dem Sonnenberg.

Wie der Regionalverband Saarbrücken und das Landespolizeipräsidium dem SR bestätigten, wurde inzwischen auch für sechs Polizeibeamtinnen und - beamte sowie acht Kontaktpersonen aus dem privaten Bereich der Frau teilweise eine Quarantäne angeordnet.

Keine Komplett-Quarantäne

Wie der Regionalverband betont, hat die Psychiatrie des Sonnenbergs wegen des Falls nie komplett unter Quarantäne gestanden. Lediglich die Aufnahmestation sei zeitweise geschlossen worden. Für das Pflegepersonal der Station gelte keine Quarantäne, da durchgängig mit Schutzkleidung und FFP2-Masken gearbeitet worden sei. Die Ermittlungen im privaten Umfeld der Frau und die Suche nach möglichen weiteren Kontaktpersonen dauere allerdings noch an. 

"Asymptomatischer Zufallsfund"

Der Klinikträger SHG teilte inzwischen mit, dass die Frau nicht gegen ihren Willen am Verlassen der Psychiatrie hätte gehindert werden können. Dies wäre nur möglich gewesen, wenn sie aufgrund einer "akuten psychiatrischen Erkrankung für sich oder andere eine Gefahr dargestellt" hätte. Dies sei aber nach Angaben der Ärzte nicht der Fall gewesen.

Wie die SHG weiter erklärte, werden bereits seit einigen Wochen alle Patienten bei der Aufnahme auf COVID19 getestet. Die betroffene Patientin habe bei ihrer Aufnahme keinerlei Symptome für eine Corona-Infektion gezeigt. Der Regionalverband sprach von einem "asymptomatischen Zufallsfund", der sich durch Testung bei der Neuaufnahme in ein Krankenhaus ergeben habe. Auf die gleiche Weise seien die meisten der zuletzt bekannt gewordenen Coronafälle im Raum Saarbrücken entdeckt worden.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 02.06.2020 berichtet.

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