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Geplanter Lockdown reicht offenbar nicht aus

Jonathan Janoschka   16.01.2021 | 09:24 Uhr

Der bis Januar geltende Teil-Lockdown reicht offenbar nicht aus, um den Inzidenzwert der Corona-Ansteckungen unter 50 zu drücken. Das geht aus Berechnungen des Saarbrücker Pharmazie-Professors Thorsten Lehr hervor. Er geht davon aus, dass die von der Politik angestrebte Zahl von 50 Neuinfektionen binnen einer Woche frühestens Mitte Februar erreicht werden könnte.

Derzeit sinke der Inzidenzwert nicht, er stagniere, so Lehr. Die bereits getroffenen Maßnahmen brächten bislang zu wenig. Zudem herrsche bei den Zahlen noch immer eine gewisse Unklarheit, vor allem wegen Nachmeldungen aufgrund der Feiertage.

Kritik an Rückkehr zu Präsenzunterricht

Dabei, so der Wissenschaftler, müsse das Infektionsgeschehen mit Blick auf die besonders ansteckenden Corona-Mutationen dringend reduziert werden. Lehr kritisierte auch die Rückkehr zum Regelbetrieb an den Schulen. In den Bildungseinrichtungen – und auf dem Weg dahin – fänden Infektionen statt.

Er sprach sich zudem dafür aus, die Maßnahmen erst unter einem Wert von 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche zu senken. Die Politik orientiert sich bislang am Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

Pharmazie-Experte Prof. Thorsten Lehr
Ein Blick in den Pandemie-Simulator
Der Pharmazie-Experte Prof. Dr. Thorsten Lehr hat sich für einen möglichst raschen harten Lockdown ausgesprochen. Die Infektionslage im Saarland decke sich mit der allgemeinen Lage in der Bundesrepublik. Die große Unbekannte in der Berechnung sei das Verhalten der Bürgerinnen und Bürger.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 16.01.2021 berichtet.

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