Ein Coronatest wird mittels Rachenabstrich gemacht. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Britta Pedersen)

Besser Rachen- oder Nasenabstrich bei Omikron?

  09.01.2022 | 08:34 Uhr

Die Corona-Schnelltests funktionieren auch mit der Omikron-Variante. Es gibt aber erste Hinweise, dass ein Rachenabstrich zuverlässiger als ein Nasenabstrich sein könnte. Für den Virologen Jürgen Rissland ist die Datenlage aber noch zu dünn, um jetzt bereits die Testprozedur umzustellen.

Die Corona-Schnelltests sind ein wichtiger Baustein in der Pandemie-Bekämpfung. Umso wichtiger ist es, dass sie auch möglichst zuverlässig funktionieren.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) geht nach einer eigenen Untersuchung davon aus, dass "die allermeisten der in Deutschland angebotenen und positiv bewerteten Antigentests eine Omikron-Infektion nachweisen können". Das PEI verweist darauf, dass die große Mehrheit der Tests das Nukleo-Protein nachweist, während die Mutationen der Omikron-Variante vor allem das S-Protein betreffen.

Mehr Virusausscheidung im Speichel?

Eine aktuelle, noch nicht begutachtete Studie aus Südafrika gibt aber nun erste Hinweise, dass Rachenabstriche verlässlicher funktionieren als die derzeit überwiegend durchgeführten Nasenabstriche. Die Studienergebnisse legen demnach nahe, dass bei einer Omikron-Infektion mehr Virusausscheidung im Speichel statt in Nasenabstrichen zu finden sei.

Rissland: Datenlage noch zu dünn

Während vereinzelt Virologen deshalb schon empfehlen, die Testprozedur umzustellen, ist die Datenlage aus Sicht des Homburger Virologen Dr. Jürgen Rissland noch zu dünn. "Ich sehe noch keinen Grund, die bisherige Vorgehensweise in Frage zu stellen", sagte Rissland. Man brauche hierzu verlässlichere Daten.

Rissland verweist darauf, dass eine Umstellung auch mit einem deutlichen Aufwand verbunden sei, alleine schon, weil etwa das Personal neu angelernt werden müsste.

Schnelltests generell weniger sensitiv als PCR-Tests

Es könne zwar durchaus sein, dass etwa bei Geimpften die Schnelltests nicht so gut anschlagen wie bei ungeimpften Personen - einfach, weil die Viruslast geringer sei. Das wertet Rissland aber vor allem als einen Erfolg der Impfung, und nicht als Problem.

Dass die Schnelltests weniger sensitiv sind als die PCR-Tests, ist schon bekannt, seit sie erstmals eingesetzt wurden. Es ist ein Schwachpunkt, den man in Kauf nimmt, da die Vorteile durch die einfache Verfügbarkeit und die schnelle Probenauswertung überwiegen.

"Und gerade, wenn die Tests regelmäßig eingesetzt werden - wie etwa zwei Mal wöchentlich in den Schulen, steigt die Wahrscheinlichkeit, eine Corona-Infektion zu entdecken", ergänzt Rissland. Zumal in den Schulen ja bereits Lollitests eingesetzt werden, mit den Speichelproben untersucht werden.

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