Bildmontage: Symbolhaftes Teströrchen mit der Aufschrift Covid-19 positiv hinter einer Saarlandkarte (Foto: picture alliance/Weber/Eibner-Pressefoto, SR)

Saarland hat dritthöchste Inzidenz bundesweit

Thomas Braun, Martina Kind   29.06.2022 | 20:06 Uhr

Die Omikron-Subvariante BA.5 breitet sich zunehmend aus. Die Infektionszahlen im Saarland steigen dadurch von Woche zu Woche. Gleichwohl hat sich das Wachstum im Vergleich zur Vorwoche leicht abgeschwächt.

Seit einem Monat steigen die Corona-Fallzahlen im Saarland stark. Lag die Inzidenz in der Kalenderwoche 21 Ende Mai nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) noch bei 173, kletterte sie vier Wochen später bereits auf einen Wert von 816. Damit haben sich die Infektionszahlen in den vergangenen vier Wochen hierzulande fast vervierfacht.

BA.5 inzwischen dominierende Variante

Die zunehmende Ausbreitung des Virus ist nach Ansicht saarländischer Experten wenig überraschend. So erwartete der Pharmazie-Professor und Datenexperte Thorsten Lehr aufgrund der Omikron-Subvariante BA.5 schon Anfang Juni einen deutlichen Anstieg der Corona-Zahlen in den folgenden Wochen. Seinerzeit lag der Anteil der Subvariante im Saarland und bundesweit noch zwischen 15 und 30 Prozent.

Laut dem Wochenbericht des RKI vom 23. Juni ist BA.5 inzwischen, wie auch von Lehr vorausgesagt, zur dominierenden Variante geworden. In Kalenderwoche 23 soll ihr Anteil bei 50 Prozent gelegen haben.

Dritthöchste Inzidenz bundesweit

Ein Blick auf die bundesweite Entwicklung des Infektionsgeschehens in den vergangenen vier Wochen zeigt dabei, dass das Saarland den mit Abstand stärksten Anstieg von Corona-Fällen zu verzeichnen hat. Zum Ende der vergangenen Woche war es außerdem das Land mit der dritthöchsten Inzidenz, nach Schleswig-Holstein (846) und Niedersachsen (825).

Der Trend gilt fast für das gesamte Saarland. Nur in einzelnen Kommunen sind die Infektionszahlen im Vergleich zur Vorwoche leicht zurückgegangen, darunter Lebach, Neunkirchen, Beckingen und Oberthal.

Die 31 neuen Fälle bedeuten in der kleinen 6000-Seelen-Gemeinde Oberthal eine rechnerische Inzidenz von 519 – die niedrigste im Saarland. In Freisen im gleichen Landkreis ist die Inzidenz mit 1334 landesweit am höchsten.

Dynamik leicht abgeschwächt

Gleichwohl hat sich die Infektionsdynamik im Saarland insgesamt leicht abgeschwächt, wie ein Vergleich der Steigerungsraten der Vorwochen ergibt. So hat es von der ersten zur zweiten Juniwoche einen Anstieg der Fallzahlen um mehr als 45 Prozent gegeben, eine Woche später sogar um 60 Prozent. In der vergangenen Woche hat sich das Wachstum mit plus 37 Prozent dagegen leicht verringert.

Die meisten Covid-19-Infizierten gibt es derzeit anteilig bei den Zehn- bis 39-Jährigen. In den einzelnen Altersgruppen liegt die Inzidenz jeweils bei über 1000. Am niedrigsten ist sie aktuell bei Kleinkindern unter fünf Jahren.

Expertenrunde zu weiterem Vorgehen

Auch wenn sich das Wachstum zuletzt etwas abzumildern scheint, warnt der saarländische Gesundheitsminister Magnus Jung (SPD) vor weiter steigenden Inzidenzen. Die Berater der Landesregierung hätten für den August Inzidenzen von rund 2000 vorhergesagt.

Deshalb wolle die Landesregierung kommende Woche eine Expertenrunde zusammenrufen und über das weitere Vorgehen nach den Sommerferien beraten, so Jung.

Unklar ist noch, wie sich die ab dem 1. Juli geltenden Änderungen bei den Corona-Bürgertests auf die Meldezahlen auswirken. Ab dann müssen Bürgerinnen und Bürger drei Euro pro Schnelltest in den Testzentren zahlen, das Saarland übernimmt die Kosten nicht.

Zwar sind die Testergebnisse der Schnelltests nie in die Meldestatistik eingeflossen – dort werden nur PCR-Testergebnisse erfasst. Es kann aber durchaus sein, dass nun mehr milde oder symptomlose Verläufe nicht erfasst werden, wenn generell weniger getestet wird.

Über dieses Thema haben auf die SR-Hörfunknachrichten am 29.06.2022 berichtet.

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