Bildmontage: Saarlandkarte vor einer Laborangestellten mit Teströhrchen in der Hand (Foto: picture alliance/Eibner-Pressefoto | Weber/Eibner-Pressefoto)

Fast 200.000 Corona-Infektionen seit Jahresbeginn

  12.04.2022 | 11:23 Uhr

Im Zuge der Omikron-Welle hat es im Saarland seit Jahresbeginn fast 200.000 neue Coronafälle gegeben. In den Schuljahrgängen wurde mehr als jedes dritte Kind positiv getestet. Aktuell klingt die Welle ab - die Fallzahlen sinken landesweit in allen Städten und Gemeinden.



Aktuelle Entwicklung durch Nachmeldungen verzerrt

Die Omikron-Welle hat ihren Höhepunkt überschritten. Bereits seit rund zehn Tagen nimmt die Zahl der Neuinfektionen stark ab - auch wenn die Entwicklung bei den vom Robert-Koch-Institut gemeldeten Zahlen zunächst durch Nachmeldungen aus dem Saarpfalz-Kreis und nun durch Nachmeldungen aus dem Kreis Neunkirchen verzerrt wird.

Entsprechend sind die hohen Inzidenzwerte im Kreis Neunkirchen auch eher rechnerische Werte und spiegeln nicht das tatsächliche Infektionsgeschehen wider. "Es gibt keine Hotspots und größeren Ausbrüche", betont der Landkreis auf seiner Internetseite.

Fallzahlen sinken in allen Städten und Gemeinden

Lässt man den Kreis Neunkirchen außen vor, liegen mit Weiskirchen und Freisen nur noch zwei Kommunen bei der Sieben-Tage-Inzidenz über 2000. Gegenüber der Vorwoche bedeutet das allerdings schon einen Rückgang um 35 bzw. 19 Prozent.

Generell sind die Fallzahlen in allen Städten und Gemeinden gesunken - in Wadgassen und Bous ist der Inzidenzwert sogar bereits unter die Tausendergrenze gesunken. Landesweit verzeichnete das Robert-Koch-Institut (RKI) mit 15.289 neuen Coronafällen knapp 27 Prozent weniger als eine Woche zuvor.

Rechnerisch jeder Fünfte seit Januar positiv getestet

Seit Jahresbeginn hat das RKI knapp 200.000 positive Testergebnisse im Saarland gemeldet. Damit könnten sich alleine seit Anfang Januar rund 20 Prozent der Bevölkerung nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt haben.

In den Schuljahrgängen liegt die Quote sogar bei über 35 Prozent und nimmt dann mit zunehmenden Alter auf unter zehn Prozent ab.

Die Werte sind Näherungswerte, da zum Beispiel Reinfektionen nicht gesondert ausgewiesen werden. Wurde eine Person innerhalb dieses Zeitraums nach einer überstanden Infektion erneut positiv auf Corona getestet, taucht sie als neuer Fall in der Statistik auf.

Umgekehrt dürfte die Zahl der tatsächlich bereits infizierten Personen deutlich höher liegen, als in den Meldedaten erfasst wird. Ende März etwa schätzte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) die Zahl der Infizierten aufgrund der Dunkelziffer auf doppelt so hoch wie die offiziell gemeldeten Fälle.

Impfquote nahezu unverändert

Ein großer Teil der saarländischen Bevölkerung könnte demnach bereits Kontakt mit dem Coronavirus gehabt haben - insbesondere mit der Omikron-Variante. Experten betonen allerdings immer wieder, dass eine Infektion mit Omikron nicht so gut vor anderen Virusvarianten schützt - etwa der zuvor zirkulierten Delta-Variante. Daher sei die Impfung weiterhin wichtig.

Die Impfquote im Saarland - insbesondere bei den Erst- und Zweitimpfungen - verharrt seit mehreren Wochen auf einem Wert. 82,5 Prozent der Bevölkerung haben laut RKI mindestens eine Impfung erhalten, als grundimmunisiert gelten 82,3 Prozent. Die Booster-Quote liegt mit 66,2 Prozent noch einmal deutlich darunter.

In der vergangenen Woche sind rund 2250 neue Impfungen dazugekommen - größtenteils Auffrisch-Impfungen. Dennoch bleiben die Impfzentren im Saarland vorerst weiter geöffnet. Die Entscheidung darüber, wie es weitergeht, will Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) ihrem Nachfolger überlassen. Die Finanzierung wäre zumindest bis zum Jahresende gesichert.

Deutlich weniger Intensivpatienten

Mit dem Abklingen der Omikron-Welle sinkt auch die Zahl der Corona-Patienten in den saarländischen Kliniken. Für Montag meldete das Gesundheitsministerium 392 positiv getestete Patienten - 16 Prozent weniger als eine Woche zuvor. Die Zahl der mit Corona infizierten Intensivpatienten sank um knapp 30 Prozent auf 31.

25 neue Corona-Todesfälle gemeldet

Auf leicht erhöhtem Niveau liegt weiterhin die Zahl der Personen, die in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion verstorben sind. Vergangene Woche meldete das RKI 25 neue Todesfälle. Seit Mitte März schwankt die Zahl der wöchentlichen Corona-Sterbefälle zwischen 25 und 38.

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