Bildmontage: Saarlandkarte vor einer Laborangestellten mit Teströhrchen in der Hand (Foto: picture alliance/Eibner-Pressefoto | Weber/Eibner-Pressefoto)

Corona-Zahlen um 20 Prozent gestiegen

  07.03.2022 | 16:33 Uhr

Nach dem Ende der einwöchigen Schulferien im Saarland sind die Coronafallzahlen wieder deutlich gestiegen. In den Schul- und Elternjahrgängen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz durchgängig über 2000. Die Kliniken verzeichnen unterdessen etwas weniger positiv getestete Patienten als in der Vorwoche.



Das Robert-Koch-Institut hat in der vergangenen Woche 14.287 neue Coronafälle im Saarland gemeldet. Das sind rund 20 Prozent mehr als eine Woche zuvor, aber immer noch knapp 800 Fälle weniger als der bisherige Höchstwert in der zweiten Februarwoche.

Deutlicher Wiederanstieg bei Schulkindern

Einen besonders deutlichen Anstieg gab es bei Schulkindern. Nachdem die gemeldeten Fallzahlen in dieser Altersgruppe in der Ferienwoche Ende Februar besonders deutlich gesunken waren, gab es nun einen ebenso deutlichen Wiederanstieg - bei den 15- bis 19-Jährigen zum Beispiel ein Plus von mehr als 60 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.

In fast allen Jahrgängen zwischen fünf und 45 Jahren liegt die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit über 2000. Gerade in den Schülerjahrgängen bleiben die Fallzahlen damit aber immer noch deutlich unter den bisherigen Spitzenwerten zurück. Noch vor vier oder fünf Wochen hatte das RKI hier Inzidenz-Werte von 3000 bis 4000 verzeichnet.

Umgekehrt werden nun in älteren Jahrgängen neue Höchststände gemeldet, wenn auch auf niedrigerem Niveau als bei Kindern und Jugendlichen. Bei den 55- bis 60-Jährigen wurde beispielsweise mit 1072 neuen Fällen pro 100.000 Einwohnern erstmals in dieser Pandemie der Inzidenz-Wert von 1000 überschritten.

Anstieg in fast allen Kommunen

Der erneute Anstieg der Fallzahlen zeigt sich nahezu flächendeckend im gesamten Saarland. Nur in sieben der Städte und Gemeinden, für die die Fallzahlen vorliegen, gab es im Vergleich zur Vorwoche einen leichten Rückgang - in Schmelz etwa elf Prozent weniger neue Fälle, in Neunkirchen acht Prozent oder in Ensdorf fünf Prozent.

In allen anderen Kommunen sind die gemeldeten Fallzahlen gestiegen - am deutlichsten in Riegelsberg und Namborn mit einem Plus von 88 Prozent bzw. 74 Prozent.

Derzeit liegen wieder alle Kommunen über einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1000, Tholey sogar über 2000.

Lockerungen und Omikron-Subvariante befeuern Infektionsgeschehen

Für den Corona-Experten und Professor für Klinische Pharmazie an der Saar-Uni, Thorsten Lehr, kommt die Entwicklung nicht überraschend. Schon Mitte der vergangenen Woche betonte Lehr im SR-Interview, dass die Zahlen voraussichtlich weiter ansteigen oder auf hohem Niveau stagnieren würden.

Das liege zum einen an den Lockerungen, die in den vergangenen Tagen und Wochen schrittweise in Kraft getreten sind. Außerdem nehme die infektiösere Omikron-Subvariante BA.2 auch im Saarland an Fahrt auf.

Zahl der Covid-Patienten leicht gesunken

Dass es durch den erneuten Anstieg der Fallzahlen aber für die Kliniken kritisch werden könnte, glaubt Lehr derzeit nicht. Vorerst sinken die Patientenzahlen auch wieder. Das Gesundheitsministerium meldete am Sonntag 255 Patienten mit einer Corona-Infektion in den saarländischen Kliniken, 18 weniger als eine Woche zuvor. Von diesen Patienten wurden 19 intensivmedizinisch betreut, 12 weniger als eine Woche zuvor. Zudem war bei vielen Patienten, insbesondere auf Normalstation, die Corona-Infektion zuletzt nur ein Nebenbefund.

Erhoffter Novavax-Schub für Impfkampagne bleibt aus

Seit etwas mehr als einer Woche ist im Saarland mit dem Präparat von Novavax ein weiterer Impstoff verfügbar. Der erhoffte Schub für die lahmende Impfkampagne ist allerdings ausgeblieben. Zwar stieg die Zahl der Erstimpfungen vergangene Woche laut RKI auf 918 - rund die Hälfte davon mit Novavax. Bei der Impfquote in der Gesamtbevölkerung bedeutet das aber lediglich ein Plus von 0,1 Prozent.

Inklusive der Auffrisch-Impfungen sind in der vergangenen Woche rund 6800 Impfungen im Saarland verabreicht worden - der niedrigste Wert seit Beginn der breitflächigen Boosterkampagne Mitte Oktober vergangenen Jahres.

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