Bildmontage: Saarlandkarte vor einer Laborangestellten mit Teströhrchen in der Hand (Foto: picture alliance/Eibner-Pressefoto | Weber/Eibner-Pressefoto)

Coronazahlen sinken vierte Woche in Folge

Thomas Braun   05.10.2021 | 09:13 Uhr

Die Corona-Fallzahlen sind im Saarland die vierte Woche in Folge gefallen. Aktuell liegt nur noch eine Stadt bei der Sieben-Tage-Inzidenz über der 100er-Schwelle. Auch im bundesweiten Vergleich ist die Lage im Saarland derzeit eher entspannt.

Die saarländischen Gesundheitsämter haben in der vergangenen Woche 435 neue Coronafälle im Saarland gemeldet - das waren noch einmal gut ein Viertel weniger Fälle als eine Woche zuvor.

Rückgang in fast allen Altersgruppen

In fast allen Altersgruppen sind die Fallzahlen zurückgegangen, teils deutlich. Bei den 20- bis 29-Jährigen haben sie sich nahezu halbiert. Einen leichten Anstieg gab es nur bei den 60- bis 79-Jährigen.

Meldezahlen in jeder zweiten Kommune gesunken

Regional hat sich das Infektionsgeschehen unterschiedlich entwickelt. In etwas mehr als der Hälfte der saarländischen Städte und Gemeinden sind weniger positive Fälle gemeldet worden als eine Woche zuvor.

Gestiegen sind die Fallzahlen hingegen in jeder dritten Kommune. In sieben Gemeinden verlief die Entwicklung unverändert, darunter auch Kirkel und Mandelbachtal, die damit die zweite Woche in Folge keine Corona-Neuinfektionen verzeichneten.

Impfquote jetzt bei 71,2 Prozent

Die Impfzahlen sind in den vergangenen sieben Tagen nur noch leicht gestiegen. Dem Robert-Koch-Institut wurden insgesamt 11.600 Impfungen aus dem Saarland gemeldet. Das waren rund acht Prozent weniger als eine Woche zuvor.

Vollständig geimpft sind im Saarland 71,2 Prozent der Bevölkerung. Damit hat das Saarland weiterhin nach Bremen (75,4 Prozent) die zweithöchste Impfquote bundesweit.

Im Vergleich mit anderen Bundesländern ist die Corona-Lage im Saarland derzeit recht entspannt. Mit 42,9 neuen Fällen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen hat das Saarland derzeit die viertniedrigste Inzidenz nach Schleswig-Holstein, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Sonderfall Bremen: Hohe Impfquote, hohe Inzidenz

Den bundesweit höchsten Wert verzeichnet ausgerechnet Bremen, das Bundesland mit der höchsten Impfquote. Hier lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag nach RKI-Angaben bei 113,4. Besonders betroffen ist die Stadt Bremerhaven. Dort haben sich unter Seeleuten und bei Subunternehmen eines Stahlbauers mehrere, größtenteils ungeimpfte Personengruppen angesteckt, wie butenunbinnen.de berichtet.

Außerdem ist die Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen dort derzeit sehr hoch. Und nicht zuletzt könnte ein statistischer Effekt auch eine Rolle spielen. Bremen ist mit rund 680.000 Einwohnern das kleinste Bundesland. Einzelne Ausbruchsgeschehen schlagen sich aufgrund der geringen Einwohnerzahl gleich sichtbar in der Gesamtinzidenz nieder.

Steigen die Zahlen bald wieder an?

Noch unklar ist, wie die Entwicklung in den kommenden Wochen im Saarland weitergeht und wie sich die zahlreichen Lockerungen und auch das zunehmend herbstliche Wetter auf die Infektionszahlen auswirken. Im vergangenen Jahr startete ungefähr zum jetzigen Zeitpunkt - also Anfang Oktober - die zweite Welle. Experten wie der Homburger Virologe Dr. Jürgen Rissland erwarten auch diesmal, dass die Zahlen demnächst erneut ansteigen.


INZIDENZWERT RICHTIG EINORDNEN

In unserer interaktiven Karte haben wir uns bei der Berechnung der Inzidenz an der Berechnungsweise des RKI für die Landkreise und für internationale Vergleiche orientiert. Die Fallzahlen werden dabei auf einen Wert pro 100.000 Einwohner umgerechnet und sind somit untereinander vergleichbar.

Die meisten Gemeinden im Saarland haben zwischen 10.000 und 20.000 Einwohner - der Inzidenzwert ist dort also rund fünf bis zehnmal höher als die tatsächlichen Infektionszahlen. Deshalb geben wir in der interaktiven Karte neben der Inzidenz immer auch die absoluten Fallzahlen an.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 05.10.2021 berichtet.

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