Krankenhäuser im Saarland: Marienkrankenhaus in St. Wendel (Foto: Pasquale D’Angiolillo)

Drei Krankenhäuser mit Aufnahmestopp wegen Coronafällen

mit Informationen von Thomas Gerber und Janek Böffel   22.03.2020 | 12:45 Uhr

Neben dem Marienkrankenhaus in St. Wendel haben nun noch zwei weitere Kliniken im Saarland Aufnahmestopp. Auch im Diakonie-Krankenhaus in Neunkirchen und dem Evangelischen Stadtkrankenhaus in Saarbrücken sind Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert.

Die drei Kliniken werden wegen der gestiegenen Zahl an Coronafällen unter den Mitarbeitern keine neuen Patienten mehr aufnehmen. Das hat Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling dem SR bestätigt. Notfallpatienten sollen aber weiterhin behandelt werden. Gemäß den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts kommen infizierte Patienten auf die Isolierstation, Kontaktpatienten werden ebenfalls isoliert.

Video [aktueller bericht am Samstag, 21.03.2020, Länge: 2:18 Min.]
Marienklinikum St. Wendel stoppt Patientenaufnahme

Klinik in St. Wendel hat elf infizierte Mitarbeiter

Im Marienkrankenhaus St. Wendel hat sich die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 11 erhöht. Landrat Udo Recktenwald sagte dem SR, weitere 15 Mitarbeiter seien zudem als Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne. Unter den Betroffenen seien auch mehrere Ärzte, so dass ein regulärer Klinikbetrieb nur noch schwer zu gewährleisten gewesen sei.

Deshalb habe man gemeinsam mit dem Träger und dem Ministerium beschlossen, in St. Wendel nur noch akute Notfallpatienten aufzunehmen. Das betrifft nach Angaben des Landrates Udo Recktenwald beispielsweise Schlaganfallpatienten oder Herzinfarktpatienten. Weniger dringende und weniger schwerwiegende Fälle sollen von anderen Krankenhäusern der Marienhausgruppe aufgenommen werden.

Belegung soll sich reduzieren

Stephan Kolling, Staatssekretär für Gesundheit zu der Corona-Situation im Saarland
Audio [SR 3, (c) SR, 22.03.2020, Länge: 04:44 Min.]
Stephan Kolling, Staatssekretär für Gesundheit zu der Corona-Situation im Saarland

Diese Regelung werde voraussichtlich für die Zeit der Corona-Quarantäne der 26 Klinikmitarbeiter gelten - also etwa zwei Wochen. In dieser Zeit werde sich die Belegung des Krankenhauses vermutlich Zug um Zug reduzieren, da Patienten entlassen würden. Dies wiederum führe dazu, dass der Klinikbetrieb auch ohne das aktuell wegen Corona fehlende Personal regulär weiterlaufen könne, so Recktenwald.

Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling sagte am Sonntag im SR 3-Interview, man wolle am Montag mit Experten das weitere Vorgehen beraten. "Wir können, wenn es zu einem starken Ausbruch und zur Inanspruchnahme von Beatmungskapazitäten kommt, es uns nicht erlauben, Krankenhäuser zu schließen. Wir müssen dann die Strategie ändern." Die betroffenen Gruppen müssten dann besonders stark abgeschirmt werden, auf eigenen Corona-Stationen und in speziellen Corona-Krankenhäusern. "All das wird am Montag auf den Weg gebracht, damit wir hier organisatorisch gut vorbereitet sind."

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 21.03.2020 berichtet.

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