Corona-Selbsttest: Ein Mann träufelt eine Lösung auf eine Testkassette, die von Covid-19 verursachte Antigene nachweisen kann. (Foto: picture alliance/dpa | Zacharie Scheurer)

Corona-Tests für den Hausgebrauch

Jan Henrich   06.03.2021 | 19:03 Uhr

Ende Februar wurden die ersten Corona-Tests für Laien zugelassen. Seit Samstag stehen die Sets im Handel. Vielerorts waren sie bereits nach kurzer Zeit ausverkauft. Ein Überblick zu den wichtigsten Fragen.

Mal eben in den Discounter gehen und einen Corona-Test kaufen. Seit Samstag ist dies in einigen Geschäften möglich. Die Schnelltests zum Eigengebrauch erreichen so langsam den Handel und bieten zumindest eine ergänzende Maßnahme, um die Pandemie einzudämmen. Doch gerade die richtige Handhabung ist wichtig.

Abstrich aus dem vorderen Nasenbereich

Die bisher zugelassenen Laientests funktionieren über einen Nasenabstrich. Allerdings muss der Abstrich nicht wie bei den gängigen Schnell- und PCR-Tests tief im Nasen-Rachen-Raum erfolgen. Eine Probe aus dem vorderen Nasenbereich reicht bei den meisten Produkten aus. Damit können auch medizinische Laien die Tests anwenden.

Der Abstrich wird anschließend in eine Lösung getaucht, die dann auf den Teststreifen aufgetragen wird. Um das Ergebnis nicht zu verfälschen ist es wichtig, die genaue Durchführung zu beachten, die in der jeweiligen Packungsbeilage beschrieben ist. Ein Test dauert zwischen 15-30 Minuten.

Gurgel- oder Spucktests, die in den vergangenen Wochen immer wieder diskutiert wurden, gibt es noch nicht zu kaufen.

Genauigkeit vergleichbar mit Profi-Schnelltests

An die Genauigkeit der PCR-Test Methode reichen die Schnelltests zu Eigengebrauch nicht heran. Allerdings hatte die Charité bereits im Dezember in einer Studie die grundsätzliche Wirksamkeit von Laientests nachgewiesen. Diese seien zumindest eine verlässliche Alternative zu den bisherigen Antigen-Schnelltests durch professionelles medizinisches Personal.

Laut Angaben der Hersteller liegt die Sensitivität der Laientests bei über 90 Prozent, teilweise über 95 Prozent. So hoch sei also der Anteil der von den Tests erkannten tatsächlichen Corona-Infektionen. Allerdings unterscheiden sich die Werte leicht von Anbieter zu Anbieter. Zudem schlagen die Laientests am besten bei einer hohen Viruslast an. Sehr selten kommt es vor, dass ein positives Ergebnis angezeigt wird, auch wenn die Person gar nicht infiziert ist. Gänzlich ausgeschlossen sind solche falsch-positiven Ergebnisse allerdings nicht.

Wann und wo sind die Tests erhältlich?

Der Discounter Aldi ist mit seiner Verkaufsankündigung für den 06. März vorgeprescht. Nach Unternehmensangaben sind die Tests direkt an der Kasse erhältlich. Allerdings ist die Abgabemenge aufgrund auf eine Packung pro Kunde begrenzt. Vielerorts waren die Tests am Samstagmorgen aber bereits nach kurzer Zeit ausverkauft.

Auch Lidl hat angekündigt ab dem 6. März die Schnelltests anzubieten - allerdings zunächst nur online. Der digitale Ansturm führte dazu, dass die Seite am Samstagvormittag vorübergehend überlastet und nicht mehr zu erreichen war.

Drogeriemarktketten wie dm oder Rossmann wollen in den nächsten Tagen nachziehen. Die Preise bewegen sich bei den bisher bekannten Angeboten zwischen fünf und zehn Euro pro Test. Allerdings hängt die Verfügbarkeit auch stark davon ab, ob die Hersteller ihre Lieferversprechen einhalten.

Nicht alle Hersteller vertreiben ihre Sets über Discounter und Drogeriemarktketten. Einige Unternehmen hatten bereits angekündigt, in einem ersten Schritt nur Apotheken zu beliefern.

Selbsttests nur ergänzende Maßnahme

Das RKI sieht in den Selbsttest eine ergänzende Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie, rät allerdings zur Vorsicht. Negative Tests könnten ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen. Daher sei es unerlässlich die Abstands- und Hygieneregeln weiterhin einzuhalten.

Außerdem hätten die Testergebnisse lediglich eine begrenzte Aussagekraft und könnten immer nur als Momentaufnahme gewertet werden. Falle ein Laientest positiv aus, müsse dieser durch einen nachfolgenden PCR-Test bestätigt werden. Anders als bei den Test durch medizinisches Fachpersonal, erhält man bei einem negativen Laientest auch kein Zertifikat.  

Hintergrund

Anfang Februar hatte das Bundesgesundheitsministerium die Medizinprodukte-Abgabenverordnung geändert. Seitdem können Selbsttests nach Zulassung an jedermann verkauft werden. Damit die Tests auf den Markt dürfen, benötigen sie allerdings eine CE-Kennzeichnung oder eine Sonderzulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Die ersten Selbst-Schnelltests wurden am 24.02.2021 zugelassen. Mittlerweile stehen sieben Produkte zur Verfügung. In dem Zulassungsverfahren müssen Unternehmen nachweisen, dass die Tests für die Anwendung durch Laien geeignet sind und sie müssen gewährleisten, dass die Produkte sicher und leistungsfähig sind.

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