Ein Krankenschwester geht auf einem Flur an einem leeren Bett vorbei. (Foto: Sebastian Widmann/picture alliance/dpa)

Noch kein Normalbetrieb in Saar-Krankenhäusern

  21.05.2020 | 09:24 Uhr

In den Krankenhäusern im Saarland gibt es noch keinen Normalbetrieb. Seit Mai werden zwar wieder mehr planbare Operationen durchgeführt, dennoch sind die Kliniken im Land zurzeit nur zu gut 60 Prozent belegt.

Der Geschäftsführer der saarländischen Krankenhausgesellschaft Thomas Jakobs geht davon aus, dass es noch einige Zeit dauert, bis die Kliniken im Land zum Regelbetrieb zurückkehren können. Das würde eine Auslastung zwischen 82 bis 88 Prozent bedeuten. Im Schnitt seien die Kliniken im Land derzeit aber nur zu gut 60 Prozent belegt.

Ein Grund dafür sei, dass die Krankenhäuser weiterhin Kapazitäten für Coronapatienten freihalten müssten. 15 Prozent der Intensivkapazitäten in den saarländischen Krankenhäusern müssten permanent freigehalten werden, "für den Fall, dass es mit Corona noch einmal schlimmer wird", sagte Jakobs der Deutschen Presseagentur. Zudem müssten die Kliniken in der Lage sein, innerhalb von 48 Stunden weitere 20 Prozent an Intensivkapazität bereitzustellen.

Pauschale soll Ausfälle kompensieren

Hinzu komme, dass es aufgrund der Hygieneregeln bei der Belegung von Zimmern deutliche Restriktionen gebe. "Wir können im Augenblick ein Dreibettzimmer nicht normal belegen." Zudem müsse man auf Stationen mögliche Isolationszimmer bereithalten, für den Fall, dass es einen Covid-19-Patient gebe - plus alternative Behandlungsteams. "Wir sind noch nicht an einem Punkt, wo wir von Normalität reden können. Da sind wir noch weit entfernt", sagte Jakobs.

Wirtschaftlich bedeute die Lage zunächst einmal Verluste: "Gleichwohl müssen wir anerkennen: Es gibt diese Leerstandspauschale", sagte er. Die Krankenhäuser bekommen damit vom Bund als Ausgleich 560 Euro pro Tag und Bett. Dies sei je nach Haus "kostendeckend oder eben nicht". Zusatzerlöse, die eine Klinik erziele, seien von der Pauschale nicht abgedeckt.

Weniger Schlaganfall-Patienten

Sorge bereite den Kliniken, dass in der Corona-Krise deutlich weniger Patienten mit einem Verdacht auf Schlaganfall oder Herzinfarkt kämen. Dies sei vermutlich deshalb so, weil man eine Infektion mit dem Coronavirus befürchte. Jakobs appellierte daran, bei einem begründeten Verdacht "unbedingt" einen Arzt aufzusuchen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 21.05.2020 berichtet.

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