Ein Junge in der Kita wäscht sich am Waschbecken die Hände. (Foto: Imago Images/Stefan Trappe)

Nicht alle Kita-Kinder können zurückkehren

mit Informationen von Christine Alt und Carolin Dylla   03.06.2020 | 20:43 Uhr

Am Montag startet der eingeschränkte Regelbetrieb in Kitas. Grundsätzlich erhalten damit Betroffene den Rechtsanspruch auf ihren Kitaplatz zurück. Bis tatsächlich alle Kinder wieder zurück können, wird es aber wohl noch etwas länger dauern.

Kitas dürfen zwar ab Montag wieder alle Plätze besetzen, sie werden es aber wegen der Hygieneregeln nicht können. Ein Knackpunkt ist: Die Erzieherinnen und Kinder dürfen nicht zwischen den Gruppen wechseln. Daraus könnten sich personelle Probleme ergeben. "Personal hat ja auch Urlaub, und Personal wird krank", sagt Gabi Hessemer, Bereichsleiterin der Kita Biber der Lebenshilfe in Saarbrücken. Wenn Mitarbeiter dann nicht von einer Gruppe in die andere springen dürften, könnte es schnell zu Unterbesetzung kommen, so Hessemer: "Dann muss ich eigentlich diese Gruppe schließen, dann können die Kinder nicht kommen. Weil ein Mitarbeiter mit 18, 20 Kindern: Das darf nicht sein."

Platz-Probleme bei Kitaeröffnung wahrscheinlich
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 03.06.2020, Länge: 02:45 Min.]
Platz-Probleme bei Kitaeröffnung wahrscheinlich

Für die Stadt Saarbrücken ist deshalb klar, dass in ihre Kitas am Montag noch nicht 100 Prozent der Kinder zurückkehren können. Je nach Kita werde die Zahl unterschiedlich ausfallen. Davon geht auch der größte Träger im Land, die katholische Kita gGmbH, für ihre Kitas aus.

Aushilfskräfte könnten für Entlastung sorgen

"Kitas sollen möglichst kleine Gruppen bilden"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Renate Wanninger / Carolin Dylla, 03.06.2020, Länge: 04:19 Min.]
"Kitas sollen möglichst kleine Gruppen bilden"

Zur Lösung des Problems denken die Träger über mehr Personal nach. Das könnten beispielsweise Erzieher sein, die bereits in Rente sind, sagt Thomas Brück, Sozialdezernent der Stadt Saarbrücken. "Es gibt sogar die Möglichkeit, für eine Übergangszeit Personal zu akquirieren, das jetzt nicht den normalen Bewerbungsbogen durchgehen muss. Das würde bedeuten, dass wir für einen gewissen Zeitraum mit Kräften arbeiten können, die die normalen Kräfte entlasten." Dazu müsse es aber noch einmal Gespräche mit dem Ministerium geben.

Wie genau es in den einzelnen Kitas ab Montag läuft, wird wohl erst am Freitag feststehen. Elternvertreter kritisieren diese Hängepartie. "Die Eltern fühlen sich in erster Linie hilflos und auch überfordert nach diesen Wochen", sagt Julie-Andrée Trésoret, Landeselternvertretung der Kitas. "Sie erwarten eine Wiederaufnahme der Betreuung - so, dass es vor dem Infektionsschutz vertretbar ist. Sie kennen allerdings die Rahmenbedingungen nicht und sind deswegen total verunsichert."

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht im SR Fernsehen am 03.06.2020 berichtet.

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