Bildmontage: Symbolhaftes Teströrchen mit der Aufschrift Covid-19 positiv hinter einer Saarlandkarte (Foto: picture alliance/Weber/Eibner-Pressefoto, SR)

Alle saarländischen Kreise über 100er-Inzidenz

  10.11.2021 | 20:06 Uhr

Gleich in mehreren saarländischen Kreisen ist die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch sprunghaft gestiegen und liegt nun überall wieder deutlich über der 100er-Grenze. Der Anstieg verteilt sich auf viele Kommunen, Hinweise auf größere zusammenhängende Ausbrüche gibt es nicht.

Mit einem Wert von 180,7 positiven Coronafällen pro 100.000 Einwohnern ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Saarlouis auf den höchsten Wert seit Januar geklettert. Betroffen sind derzeit vor allem Kinder und Jugendliche im Schulalter, wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts hervorgeht.

Unter anderem gab es mehrere Fälle an Schulen. Am Saarlouiser Stadtgarten-Gymnasium zum Beispiel wurden mehrere Personen innerhalb einer Klasse positiv getestet, teilte der Landkreis mit. Zuvor habe es schon in anderen Klassen Einzelfälle an der Schule gegeben.

Abgesehen davon gebe es keine Hinweise auf zusammenhängende Ausbrüche. Die 74 am Dienstag neu gemeldeten Fälle verteilen sich beispielsweise auf elf Gemeinden.

Diffuses Geschehen in Merzig-Wadern

Ähnlich sieht es in anderen Landkreisen aus, etwa in Merzig-Wadern, das mit 159,5 die zweithöchste Inzidenz im Saarland hat. Hier habe es mehrere positive Fälle nach dem Herbstferien-Ende und zudem Nachwehen von Halloween-Partys gegeben, teilte der Landkreis auf SR-Anfrage mit. Außerdem gab es einen Ausbruch bei einem Fußballspiel und sieben Fälle in Zusammenhang mit einer Party in einer Merziger Tanz- und Musikkneipe.

Aber auch hier verteilen sich die aktiven Fälle derzeit recht gleichmäßig auf alle Gemeinden - von 19 Fällen in Perl bis zu 46 Fällen in Merzig.

Fallhäufungen an Schulen im Regionalverband

Im Regionalverband Saarbrücken kletterte die Inzidenz auf 120,0. Auch hier verteilt sich der Anstieg auf alle Kommunen. An drei Grundschulen und zwei weiterführenden Schulen war es zu Fallhäufungen mit zwei bis fünf Fällen in einzelnen Klassen gekommen, teilte der Regionalverband mit.

Auf einem ähnlichen Niveau wie im Regionalverband liegen die Inzidenzen auch im Kreis Neunkirchen mit 120,5 und im Saarpfalz-Kreis mit 127,1. Für St. Wendel meldete das RKI eine Sieben-Tage-Inzidenz von 143,4.

Zu viel gelockert?

Für das Saarland insgesamt meldete das RKI am Mittwoch einen Wert von 139,2. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt damit nur knapp unter dem Höchstwert der dritten Corona-Welle Mitte April.

Aus Sicht des Homburger Virologen Dr. Jürgen Rissland ist der starke Anstieg der vergangenen Tage unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Coronaregeln im Saarland zu schnell und zu stark gelockert worden sind. Durch die vergleichsweise hohe Impfquote habe es zwar einen gewissen Spielraum gegeben - nun sei aber das Verhältnis zwischen Lockerungen und Impfquote aus dem Gleichgewicht geraten.

Hier könne man entweder durch eine höhere Impfquote oder wieder mehr Restriktionen gegensteuern, sagte Rissland dem SR.

Bundesweite Inzidenz auf Rekordhoch

Bundesweit erreichte die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch den dritten Tag in Folge einen Rekordwert, lag laut RKI bei 232,1. Unter 100 liegen derzeit nur noch die Bundesländer Schleswig-Holstein und Bremen. Bayern hingegen liegt knapp unter der 400er Grenze, Sachsen und Thüringen sogar deutlich darüber.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 10.11.2021.

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