Ein Bundeswehrsoldat sitzt am Computer in einem Gesundheitsamt. (Foto: Bundeswehr / M. Rupertus)

Wie die Bundeswehr bei den Corona-Impfungen helfen soll

  23.12.2020 | 11:00 Uhr

Auch die Bundeswehr ist im Kampf gegen die Corona-Pandemie im Einsatz. Nach der Kontaktnachverfolgung soll sie nun bei den Impfungen helfen. Wie genau, muss größtenteils noch geklärt werden.

Im Saarland will die Bundeswehr in Lebach ein viertes saarländisches Impfzentrum aufbauen, das für einen Teil der Menschen aus dem Landkreis St. Wendel zuständig sein könnte. Es soll voraussichtlich bis Ende Januar fertiggestellt sein. Laut Plänen des Bundesverteidigungsministeriums könnten Soldatinnen und Soldaten aber auch die Arbeit in den zivilen Impfstätten und den mobilen Impfteams unterstützen.

Bundeswehrärzte etwa könnten Aufklärungsgespräche führen oder die Spritze setzen. Außerdem könnten die Armeeangehörigen für einen möglichst reibungslosen Ablauf der Massenimpfungen sorgen.

Impfstoff-Lagerung in Kasernen?

Auch bei der Lagerung von Impfstoffen und bei der Logistik hat Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) die Hilfe der Bundeswehr angeboten. So könnten die Wirkstoffe möglicherweise in Kasernen eingelagert werden. Das würde die Bundeswehr allerdings vor eine Herausforderung stellen, denn der zunächst zugelassene Pfizer-Biontech-Impfstoff muss über längere Zeit auf einer Temperatur von mindestens minus 70 Grad gehalten werden.

Welche Standorte für die Lagerung theoretisch in Frage kommen, darüber hüllt sich die Bundeswehr vorsichtshalber in Schweigen. Denn es gibt die Befürchtung, dass der Impfstoff sowohl Kriminelle als auch Corona-Leugner auf den Plan rufen könnte. Der Vorteil von Kasernen: Bewachte Bundeswehr-Liegenschaften dürften als Lagerstätte deutlich sicherer sein als zum Beispiel herkömmliche Sporthallen.

Polizei bewacht Transporte

Es wäre nicht das erste Mal, dass sich die Angehörigen der Bundeswehr am Kampf gegen die Corona-Pandemie beteiligen. Im Saarland unterstützen während der zweiten Corona-Welle Bundeswehrsoldaten die Gesundheitsämter aller Landkreise bei der Corona-Kontaktnachverfolgung.

Auch darüber, dass Soldatinnen und Soldaten den Transport der wertvollen Impfdosen überwachen könnten, war spekuliert worden. Das jedoch dürfte ausschließlich der Polizei vorbehalten bleiben. Die rechtlichen Hürden für einen solchen - bewaffneten - Einsatz des Militärs im Innern wären extrem hoch. 

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 23.12.2020 berichtet.


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