Symbolbild: Krankenschwester betrachtet zwei Abstrichröhrchen (Foto: picture alliance/Bernd Thissen/dpa)

Zweiter Corona-Fall im Saarland

  06.03.2020 | 21:00 Uhr

Im Saarland gibt es einen zweiten Corona-Fall. Das Unternehmen SAP in St. Ingbert teilte dem SR mit, ein Mitarbeiter sei positiv auf das Virus getestet worden. Das saarländische Gesundheitsministerium bestätigte den Fall.

Der Mann werde medizinisch versorgt und sei in körperlich guter Verfassung, teilte ein SAP-Sprecher mit. Derzeit befinde sich der Mitarbeiter, der in Lothringen wohnt, zu Hause in Quarantäne. Eine lothringische Behörde bestätigte dem SR, dass der Mann positiv auf das Corona-Virus getestet wurde.

"Die Behörden prüfen, mit wem der Kollege Kontakt hatte"
Audio [SR 3, Interview: Karin Mayer / Jörg Emde, 06.03.2020, Länge: 02:19 Min.]
"Die Behörden prüfen, mit wem der Kollege Kontakt hatte"

Auch das saarländische Gesundheitsministerium bestätigte die Erkrankung des im Saarland beschäftigten Mannes. Demnach sei der Test auf das Virus bei einem französischen Arzt erfolgt. Derzeit würden weitere Personen ermittelt, die mit dem erkrankten Mann in Kontakt standen.

Laut SAP sind die erforderlichen Maßnahmen vor Ort getroffen worden. "Die Behörden prüfen und informieren, mit wem der Kollege Kontakt hatte, dabei unterstützen wir tatkräftig", sagte der SAP-Sprecher dem SR. Das Bürogebäude sei zur Desinfektion geschlossen worden.

KV-Chef rät zu Gelassenheit

Coronavirus: eine Probe fürs Gesundheitssystem
Audio [SR 3, (c) SR 3 , 06.03.2020, Länge: 04:14 Min.]
Coronavirus: eine Probe fürs Gesundheitssystem

Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung im Saarland, Gunter Hauptmann, rät unterdessen zur Gelassenheit. Auch wenn die Gesundheitsämter jetzt mehr Arbeit hätten, ändere sich für Ärzte, Praxen und auch für die Bevölkerung nichts. Niemand müsse mit Masken herumrennen oder in Geschäfte stürmen, sagte er im SR.

Derzeit sei das mobile Ärzteteam im Einsatz – allein am Donnerstag habe es 14 Aufträge für einen Corona-Test bei möglichen Patienten zuhause gegeben, am Freitag weitere 20. Gleichzeitig werde aber auch in Arztpraxen vor Ort getestet. Dass einige Arztpraxen mittlerweile weniger Schutzausrüstung wie Atemmasken zur Verfügung hätten, hält Hauptmann für kein Problem, da diese nur im dringenden Verdacht nötig wäre. Zudem gebe es noch ausreichend Vorräte zum Beispiel vom mobilen Ärzteteam, die auch anderen Praxen zur Verfügung gestellt werden könnten.

Zuvor hatte der Gesundheitsökonom Bernd Mühlbauer von der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen (im SR) vor Versorgungsproblemen in deutschen Krankenhäusern gewarnt.

Am Freitagabend hat das saarländische Gesundheitsministerium eine weitere Corona-Infektion bestätigt, dieses Mal bei einer 65-jährigen Frau aus dem Regionalverband.

"Entscheidend ist es jetzt, die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen"
Audio [SR 3, Interview: Karin Mayer /Gunter Hauptmann , 06.03.2020, Länge: 02:47 Min.]
"Entscheidend ist es jetzt, die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen"

Erster Fall am Dienstag

Am Dienstag war der erste Corona-Fall im Saarland bestätigt worden. Ein Arzt an der Kinderklinik des UKS hatte grippeähnliche Symptome bei sich selbst festgestellt. Laut Gesundheitsministerium hat er sich vermutlich bei einem Ärztekongress in Frankfurt angesteckt. Dort hatte er Kontakt zu einem positiv-getesteten Arzt aus Berlin.

Aktuelle Infos
Alle Nachrichten rund um das Coronavirus im Saarland
In unserem Dossier informieren wir Sie über aktuelle Nachrichten rund um das Coronavirus im Saarland und der Grenzregion.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 06.03.2020 berichtet.

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