Symboldbild mit Coronavirus und Saarlandkarte (Foto: SR/Jens Gerlach)

Inzidenzwerte in vielen Saar-Kommunen gesunken

Melina Miller   21.01.2021 | 16:58 Uhr

Das Infektiongeschehen hat sich im Saarland im Vergleich zur Vorwoche vielerorts beruhigt. In knapp 62 Prozent der saarländischen Kommunen ist die Sieben-Tage-Inzidenz in der vergangenen Woche gesunken. Dennoch gibt es nach wie vor mehrere Kommunen, in denen mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gemeldet wurden.

Die Sieben-Tage-Inzidenzen in den saarländischen Kommunen haben in der vergangenen Woche keine neuen Höchstwerte erreicht. Vielerorts ist die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner stattdessen wieder gesunken, wie die Auswertung der Meldedaten in den Landkreisen zeigt.

Teilweise lässt sich dies darauf zurückführen, dass sich größere Ausbruchsgeschehen in betroffenen Senioren- und Pflegeheimen wieder etwas beruhigt haben. Allerdings haben sich in anderen Orten aufgrund von neuen Ausbrüchen wieder mehr Menschen mit dem Coronavirus angesteckt.

Höchster Wert in Quierschied

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz im Saarland weist aktuell Quierschied auf. Hier lasse sich der Wert von aktuell 308 gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner mit einem Ausbruch in einem Seniorenheim erklären, teilte ein Sprecher der Gemeinde mit. Rund 30 Personen seien hier in der vergangenen Woche positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei der geringen Einwohnerzahl Quierschieds wirkt sich das stark auf die Inzidenz aus.

Eine Woche zuvor hatte Rehlingen-Siersburg die Liste der Inzidenzwerte mit mehr als 700 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen angeführt. Auch hier hatte es einen Ausbruch in einem Alten- und Pflegeheim gegeben, bei dem deutlich über 100 Bewohner und Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Die Lage habe sich dort mittlerweile wieder beruhigt, sagte eine Sprecherin des Landkreises Saarlouis.

Ähnlich in Ensdorf: Hier hat sich die hohe Inzidenz, die durch einen Coronaausbruch in einem Pflegeheim begründet wurde, im Vergleich zur Vorwoche halbiert. Die Gemeinde liegt aktuell saarlandweit aber immer noch auf dem zweiten Platz. Sowohl Ensdorf als auch Rehlingen-Siersburg vermelden nach wie vor Werte von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Acht Kommunen unter Wert von 50

Mit nur einer gemeldeten Neuinfektion innerhalb der vergangenen sieben Tage bildet aktuell die Gemeinde Mettlach das Schlusslicht in der Statistik. Dahinter folgen Weiskirchen und Blieskastel mit den saarlandweit niedrigsten Inzidenzen. In der Woche zuvor hatten diese Plätze noch Marpingen und Nohfelden belegt.

Insgesamt liegen die Inzidenzwerte aktuell in acht saarländischen Kommunen unter dem vom Robert Koch Institut als kritisch markierten Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen. In gut der Hälfte aller Gemeinden liegt der Wert momentan unter 100.

Immer noch hohe Todeszahlen

In den vergangenen sieben Tagen wurden im Saarland insgesamt 57 Sterbefälle in Zusammenhang mit einer Coronainfektion gemeldet. Außerdem wurde am Mittwoch ein neuer Höchststand an Covid-19-Intensivpatienten im Saarland gemeldet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden demnach aktuell 86 Menschen im Zuge einer Coronainfektion intensivmedizinisch behandelt (Stand 20.01.2021).

Mit der erneuten Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns sollen diese Zahlen nach Angaben der Bundesregierung deutschlandweit weiter eingedämmt werden. Außerdem müsse verhindert werden, dass sich die neuen Virus-Mutationen im Land ausbreiten würden, sagte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU).


Inzidenzwert richtig einordnen

In unserer interaktiven Karte haben wir uns bei der Berechnung der Inzidenz an der Berechnungsweise des RKI für die Landkreise und für internationale Vergleiche orientiert. Die Fallzahlen werden dabei auf einen Wert pro 100.000 Einwohner umgerechnet und sind somit untereinander vergleichbar.

Die meisten Gemeinden im Saarland haben zwischen 10.000 und 20.000 Einwohner - der Inzidenzwert ist dort also rund fünf bis zehnmal höher als die tatsächlichen Infektionszahlen. Deshalb geben wir in der interaktiven Karte neben der Inzidenz immer auch die absoluten Fallzahlen an.

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