Kind lernt an einem Tablet-PC (Foto: dpa)

Homeschooling überfordert viele Eltern

  30.06.2020 | 10:28 Uhr

Viele Eltern und Kinder im Saarland haben Schwierigkeiten mit dem coronabedingten Lernen zu Hause. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Landeselterninitiative für Bildung. Die Eltern fürchten besonders, dass ihre Kinder beim sogenannten Homeschooling nicht genügend lernen.

An der Online-Umfrage der Landeselterninitiative für Bildung nahmen mehr als 3900 Mütter und Väter teil. Davon fühlte sich fast ein Drittel überfordert damit, Kinder zu Hause zu unterrichten. Insgesamt mehr als 25 Prozent der Befragten betonten, dass ihr Kind mit der Herausforderung nicht zurechtkomme.

Umfrage zum Home-Schooling (30.06.2020)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 30.06.2020, Länge: 02:34 Min.]
Umfrage zum Home-Schooling (30.06.2020)

Besonders besorgt sind Eltern dabei offenbar, dass ihre Kinder auf die Dauer des Homeschoolings nicht genügend lernen. Zudem sehen mehr als die Hälfte der Teilnehmer die Gefahr, dass das Lernen zu Hause mit der Zeit noch problematischer wird.

Lernmaterial und Arbeitsaufwand

Die Umfrage der Landeselterniniative Bildung zum Homeschooling
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger, 30.06.2020, Länge: 03:27 Min.]
Die Umfrage der Landeselterniniative Bildung zum Homeschooling

Die Versorgung mit Lernmaterial beurteilten die Eltern je nach Schulform recht unterschiedlich. Während 93 Prozent der Grundschul-Eltern angaben, dass ihr Kind regelmäßig und zuverlässig Unterrichtsmaterialien und Arbeitsaufträge von der Schule für die Bearbeitung zu Hause erhalte, waren es bei den Gemeinschaftsschulen lediglich 67 Prozent, im Bereich der Gymnasien sogar nur 61 Prozent. Gerade bei den weiterführenden Schulen sei die Versorgung oft abhängig vom einzelnen Lehrer.

Auf der anderen Seite war im Bereich der Grundschulen mit 46 Prozent der Anteil derjenigen Eltern höher, die den Eindruck hatten, ihr Kind arbeite während der Corona-Krise weniger als zu normalen Schulzeiten, als an den Gemeinschaftsschulen (36 Prozent) und den Gymnasien (40 Prozent).

Mängel treten deutlicher zutage

Die Auswertung der Umfrage kommt zu dem Schluss, dass viele Mängel des Bildungssystems durch die Corona-Krise noch einmal deutlicher zutage getreten sind. Dabei nennt die Landeselterninitiative insbesondere die Bildungsgerechtigkeit sowie die schlechte technische Ausstattung und veraltete Methoden von Unterricht und Lernen.

Als Konsequenz spricht sich die Initiative dafür aus, das digital gestützte Lehren und Lernen auch in Zukunft verstärkt zu verwenden. Bei künftigen Einschränkungen könne man dann besser auf die individuellen Neigungen und Bedürfnisse der Schüler eingehen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 30.06.2020 berichtet.

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