Fahrgäste mit Mund-Nasen-Bedeckung stehehn an einer Bahn (Foto: picture alliance/dpa/EUROPA PRESS7Eduardo Parra)

Mobilität sinkt im zweiten Lockdown weniger stark

Christian Leistenschneider   31.01.2021 | 11:07 Uhr

Die aktuellen Anti-Corona-Maßnahmen scheinen weniger Einfluss auf die Mobilität der Bundesbürger zu haben als die Einschränkungen während der ersten Welle. Das geht aus Berechnungen des Statistischen Bundesamtes hervor. Die saarländischen Zahlen lagen im Januar meist leicht über dem Bundesschnitt.

Solange nicht genügend Impfstoff zur Verfügung steht, ist die Reduzierung von Sozialkontakten neben der Maskenpflicht das zentrale Mittel der Politik, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Dafür greifen die Regierungen phasenweise zu drastischen Mitteln: Geschäfte und Restaurants müssen schließen, in Schulen sollen die Schüler vorwiegend aus der Ferne unterrichtet werden, das Freizeit- und das Kulturleben wurden weitgehend zum Erliegen gebracht. Das Kalkül der Verantwortlichen: Gehen die Bürger weniger vor die Tür, treffen sie weniger Menschen, und so verringert sich die Wahrscheinlichkeit von Ansteckungen.

Dass das während der ersten Welle der Pandemie im Frühjahr 2020 besser geklappt hat als während des aktuellen Lockdowns, darauf deuten Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hin. Es hat in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Teralytics anonymisierte Handydaten mit dem Ziel ausgewertet, modellhaft Aufschlüsse über das Bewegungsverhalten der Bevölkerung im öffentlichen Raum während der Coronapandemie zu gewinnen. Dabei wird die Veränderung der Mobilitätsdaten im Vergleich zu denen des Vorjahres analysiert.

Deutlicher Rückgang im Frühjahr

Die berechneten Veränderungsraten zeigen laut Destatis einen deutlichen Rückgang der Mobilität infolge der Beschränkungsmaßnahmen Mitte März 2020. Im weiteren Verlauf des Monats betrug der bundesweite Rückgang der Mobilität rund 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr; an Sonntagen fiel er noch stärker aus. Dies deutet laut Bundesamt darauf hin, dass die Bevölkerung insbesondere die Zahl ihrer privaten Bewegungen reduziert habe.

Mit der schrittweisen Aufhebung des Lockdowns stiegen die Mobilitätszahlen langsam wieder an. Ab Anfang Juli waren sie wieder auf Vorjahresniveau, im September lagen sie sogar recht konstant darüber. Die bundesweiten und die saarlandspezifischen Zahlen wichen dabei kaum voneinander ab, nur im Juli lagen sie im Land etwas niedriger als im Bund.

Teil-Lockdown zeigt weniger Wirkung

Mit dem Anstieg des Infektionsgeschehens im Herbst 2020 und der Einführung des bundesweiten Teil-Lockdowns ab dem 2. November ging die Mobilität gegenüber dem Jahr 2019 erneut zurück. Um die Feiertage erreichte sie wie von der Politik erhofft einen Tiefpunkt, im Saarland mit einem Minus von 56 Prozent an Silvester.

Insgesamt ist das Niveau im Winter allerdings nicht so stark gesunken wie beim ersten Lockdown. In den ersten Wochen des Teil-Lockdowns fielen die Zahlen kaum um zehn Prozent, mit einzelnen Ausschlägen nach unten, aber auch nach oben. Im Saarland wurden an manchen Tagen sogar höhere Mobilitätszahlen als im Vorjahr verzeichnet.

Die weiteren Verschärfungen im Januar scheinen das Niveau zumindest etwas gedrückt zu haben. Die Werte pendelten im ersten Monat des Jahres etwa im Bereich zwischen -10 und -20 Prozent. Dabei liegen die saarländischen Werte meist leicht über dem Bundesschnitt.

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