Mehrere Stecker in einer Steckdose. (Foto: picture alliance / Tobias Hase / dpa)

Armutskonferenz kritisiert Stromsperren

  30.05.2020 | 14:52 Uhr

Die Saarländische Armutskonferenz wirft den Energieversorgern vor, trotz der Corona-Pandemie wieder Stromsperren zu verhängen. Die Unternehmen ignorierten den Appell von SPD-Verbraucherminister Jost, Stromsperren in der Krise zu vermeiden.

Der Vorsitzende der Saarländischen Armutskonferenz Wolfgang Edlinger kritisierte, Menschen in einkommensschwachen Haushalten seien durch Stromsperren lebensbedrohlichen Zuständen ausgesetzt. Die Armutskonferenz forderte die Energieversorger auf, gemeinsam mit dem "Runden Tisch zur Vermeidung von Stromsperren" nach sozialverträglichen Lösungen zu suchen.

Viele offene Stromrechnungen

Wegen der Coronapandemie konnten deutlich mehr Kunden ihre Stromrechnung nicht bezahlen als üblich. Deshalb hatte Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) Anfang April verkündet, dass es vorübergehend keine Stromsperrungen geben dürfe.

Laut VSE-Vorstandsmitglied Hanno Dornseifer sind dadurch bereits Mitte Mai Forderungen in Höhe von zwei Millionen Euro bei der VSE-Gruppe entstanden. Dabei habe es sich um Privatkunden und Kleinbetriebe gehandelt, die ohne Absprache mit dem Versorger die Zahlungen eingestellt hätten.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 30.05.2020 berichtet.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja