Protest der Abiturienten vor dem Kultusministerum Saarbrücken. (Foto: SR/Markus Person)

Schüler protestieren gegen Abi-Prüfungen

mit Informationen von Markus Person   24.04.2020 | 15:52 Uhr

Saarländische Schüler haben in der Nacht zu Freitag mit einer Plakataktion gegen die Durchführung des Abiturs protestiert. Sie fordern stattdessen ein Abschlusszeugnis, das sich am Notenschnitt der bisherigen Leistungen orientiert. Bildungsministerin Streichert-Clivot hält aber an den Abi-Plänen fest.

Auch wenn sie die Sorgen und Bedenken der Schüler verstehe: Das Abitur startet am 20. Mai mit der Deutschprüfung – das ist die Botschaft von Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD). Mit der Schulöffnung für die Abschlussklassen am 4. Mai gebe es genügend Zeit, damit die Schulen alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen treffen können.

So sähen die Hygiene-Regelungen, die das Ministerium beschlossen habe, vor, dass nur wenige Schüler in den Schulen seien. Zudem gelte ein Sicherheitsabstand von zwei Metern. Die Schüler dürften auch Schutzmasken tragen. Alle Maßnahmen seien mit Virologen der Uniklinik und dem Gesundheitsministerium abgestimmt.

Kritik an Informationspolitik

In der Nacht zu Freitag hatten Schüler vor dem Kultusministerium jede Menge Flyer und Protestbriefe ausgelegt, um ihren Forderung nach einer Absage der Abiturprüfungen Nachdruck zu verleihen. Sie kritisierten vor allem die Informationspolitik des Ministeriums. 

Schülerproteste vor Kultusministerium
Audio [SR 3, Markus Person, 24.04.2020, Länge: 02:42 Min.]
Schülerproteste vor Kultusministerium

"Die Wünsche der Schüler wurden eigentlich nicht berücksichtigt", sagt Lilly Jäckel, angehende Abiturientin am Theodor-Heuss-Gymnasium in Sulzbach. "Man hat versprochen, es soll ein faires Abitur geben. Und im Saarland wurde das Abitur dann ja auf den 25. Mai verschoben. Jetzt auf einmal verschiebt man das Deutsch-Abi wieder fünf Tage vor und streicht die Sprechprüfungen raus."

Prüfungsstoff soll besprochen werden

Für die Proteste der Schüler hat die SPD-Ministerin durchaus Verständnis. Die Kritik an der Informationspolitik ihres Hauses kann Streichert-Clivot jedoch nicht nachvollziehen. "Auch wir können nur Schritt für Schritt das abarbeiten, was sich an Fragen ergibt. Jetzt sind wir an einem Punkt, dass wir die Schulöffnungen wieder vorbereiten – auch das schrittweise.“

Mit der Schulöffnung Anfang Mai hätten Schüler und Lehrer nun noch ausreichend Zeit, den Prüfungsstoff zu besprechen. Dass die Situation für die Schüler schwierig ist, sieht auch die SPD-Bildungsministerin. Allerdings befänden sich aber nicht nur die, sondern alle Menschen momentan in einer absoluten Ausnahmesituation.

Über dieses Thema hat auch die Region am Mittag auf SR 3 Saarlandwelle am 24.04.2020 berichtet.

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