Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenmappen (Foto: picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)

Corona-Betrüger muss länger hinter Gitter

mit Informationen von Gabor Filipp   07.08.2020 | 18:47 Uhr

Das Amtsgericht Saarbrücken hat im Juni einen 35-jährigen Mann wegen Subventionsbetrug zu zwei Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Der arbeitslose Saarbrücker hatte sich mit falschen Angaben in drei Fällen Corona-Soforthilfen für Kleinunternehmen erschlichen. Er legte dagegen Berufung beim Landgericht ein. Das Gericht verwarf diese.

Jeweils 9000 Euro, also insgesamt 27.000 Euro hatte Marco S. ergaunert mit drei Anträgen in NRW, Berlin und Bayern. Die mehr als zwei Jahre Knast dafür hielt er für zu viel. Das Landgericht verwarf am Freitag aber seine Berufung als unbegründet und stockte beim Strafmaß sogar um zwei Monate auf.

Zwei Jahre und vier Monate muss Marco S. jetzt absitzen. Es ist jedoch nur ein vorläufiges Urteil, denn auf ihn warten noch weitere Betrugsverfahren mit Subventionen in Corona-Zeiten.

Der weitgehend geständige Angeklagte hat inzwischen eingeräumt unter dem Strich 18 Anträge auf Corona-Soforthilfen gestellt zu haben, obwohl er weder Solo-Selbständiger noch Unternehmer war. In acht Fällen sei er erfolgreich gewesen. Zusammengenommen seien 72.000 Euro auf seine Konten geflossen. Das Geld habe er anschließend zum Teil in Gold und Schmuck angelegt.

Erst wenn alle Fälle prozessual abgearbeitet sind, klärt sich, welche Zeit Marco S. tatsächlich abzusitzen hat. Die Gesamtstrafe dürfte sicherlich höher ausfallen als die bisherige.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 07.08.2020 berichtet.

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