Pflegerin mit einem Mann im Rollstuhl in einem Altenheim (Foto: imago images / localpic)

Mehr Infizierte in Altenheimen

Thomas Gerber   15.04.2020 | 13:39 Uhr

Die Zahl der bestätigt mit dem Coronavirus infizierten Bewohner von Altenheimen hat sich im Saarland innerhalb einer Woche nahezu verdoppelt, auf 247. Das Gesundheitsministerium teilte dem SR mit, dass der Anteil der positiv Getesteten derzeit unter den Heimbewohnern bei 1,9 Prozent liegt. Vor einer Woche war es 1 Prozent.

Von den 13.800 Bewohnern der saarländischen Seniorenheime sind aktuell 247 mit dem Coronavirus infiziert, teilte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) dem SR auf Anfrage mit. 53 davon befänden sich in stationärer Behandlung.

Bislang seien im Saarland 24 Seniorenheim-Bewohner im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion verstorben.

Zwischenzeitlich hat die Pandemie mehr als ein Viertel der 150 Seniorenheime im Saarland erreicht, nämlich 41.Vor einer Woche war nur etwa jedes sechste Heim betroffen. Insgesamt 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind den Angaben zufolge positiv auf Corona getestet worden.

Flächendeckende Tests in Vorbereitung

Die von der Saarländischen Pflegegesellschaft geforderte flächendeckende Testung aller Bewohner und Mitarbeiter befindet sich laut Ministerium weiterhin in der Vorbereitung. Dabei ist offenbar in Kooperation mit der Homburger Virologie an eine sogenannte Poollösung gedacht, bei der mehrere Proben gleichzeitig untersucht und bei positivem Ergebnis einzeln nachgetestet werden.

Die Versorgungslage mit Schutzmaterial wie Masken und Kitteln hat sich nach Angaben der Pflegegesellschaft inzwischen leicht entspannt. Mehrere Träger hatten zuletzt von einem akuten Materialmangel berichtet. Ein Sprecher der Arbeiterwohlfahrt (AWO) erklärte, derzeit reichten die Vorräte für circa zehn Tage. Das Schutzmaterial werde zentral für alle Senioreneinrichtungen der AWO-Saar geordert. Dabei würden teilweise um das Zehnfache erhöhte Preise verlangt. So habe ein Lieferant Schutzmasken für sechs Euro pro Stück angeboten. Vor der Coronakrise habe der Preis bei etwa 60 Cent gelegen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 15.04.2020 berichtet.

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