Busfahrer in St. Ingbert und Bexbach streiken (Foto: Steffi Balle)

Busfahrer in St. Ingbert und Bexbach streikten

  12.09.2018 | 17:30 Uhr

Die Gewerkschaft Verdi hat am Mittwoch rund 50 Fahrer der privaten Regionalbusgesellschaft Saar-Mobil zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen waren nach Gewerkschaftsangaben St. Ingbert und Bexbach. Man habe Saar-Mobil vor zwei Monaten an den Verhandlungstisch gebeten, sagte ein Verdi-Sprecher. Bis jetzt habe das Unternehmen nicht reagiert.

"Die Beschäftigten sind erbost"
Audio [SR 3, (c) SR Michael Friemel, 12.09.2018, Länge: 02:57 Min.]
"Die Beschäftigten sind erbost"

„Wir haben Saar-Mobil am 09.07.2018 zu Tarifverhandlungen aufgefordert, unsere Forderungen übermittelt und unseren Verhandlungswillen signalisiert. Bis heute gibt es leider keine Reaktion darauf,“ sagte der zuständige Verdi-Verhandlungsführer Christian Umlauf. Die Busfahrer seien bei Verdi organisiert. Trotzdem wolle Saar-Mobil mit einer anderen Gewerkschaft einen Tarifabschluss verhandeln.

Betroffen vom ganztägigen Warnstreik waren die Linien R6, R7, R10, 170, 504, 506, 508 und Ingobus sowie die Schulbuslinien 581, 582, 584, 588, 592.

„Wollen faire Bezahlung"

Laut Verdi hat Saar-Mobil seinen Fahrern seit 2016 keinerlei Erhöhungen mehr gezahlt. „Wir wollen doch nur eine faire Bezahlung als Anerkennung für einen verantwortungsvollen und wichtigen Job, den wir für viele Bexbacher und St. Ingberter leisten“, sagte ein Fahrer. Verdi fordert unter anderem ein Stundenentgelt von 17 Euro, 30 Tage Urlaub, Zuschläge für Wochenend- und Feiertagsarbeit sowie Zuschläge für Spätarbeiten. Weitere Forderungen sind eine Jahressonderzahlung und 750 Euro Urlaubsgeld.

Reaktion von Saar-Mobil

Unterdessen kritisierte das Unternehmen den Ausstand. Wie es hieß, könne „der von Verdi initiierte Streik in St. Ingbert und Bexbach seitens der Saar-Mobil in keinster Weise nachvollzogen werden.“ Die Saar-Mobil beschäftige derzeit insgesamt 30 Busfahrer. Die Hälfte davon würden nach dem im Saarland geltenden Tarifvertrag für das Private Omnibusgewerbe entlohnt. Die andere Hälfte genieße zwar noch Besitzstandsschutz aus einem früheren Tarifvertrag und dessen Betriebsvereinbarung, aber noch keine tarifliche Anpassung bekommen. Dem Betriebsrat der Saar-Mobil sei aber vor geraumer Zeit ein Tarifangebot der Geschäftsführung unterbreitet worden. „Auf eine Antwort auf dieses Angebot wartet die Geschäftsführung bis zum heutigen Tag“, erklärte Saar-Mobil.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 12.09.2018 berichtet.

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