Reisebusse vom saarländischen Traditionsunternehmen "Bur Busse" (Foto: SR)

Bur Busse stellt Reisegeschäft ein

mit Informationen von Florian Possinger   19.09.2022 | 19:25 Uhr

Das Unternehmen "Bur Busse" aus Kleinblittersdorf stellt nach über 50 Jahren sein Geschäft in der Reisebranche ein. Das verkündete das Unternehmen in einer Erklärung auf seiner Internetseite. Stattdessen will man sich stärker auf den ÖPNV fokussieren.

Video [aktueller bericht, 19.09.2022, Länge: 2:53 Min.]
Bur-Busse bietet keine Reisefahrten mehr an

Städtereisen, Skiurlaub oder beliebte Touristenorte am Mittelmeer - das waren die klassischen Reiseziele, die Bur Busse aus Kleinblittersdorf über viele Jahrzehnte anbot. Doch damit ist nun Schluss. Wie das Unternehmen bekannt gab, zieht es sich aus der Reisebranche zurück und stellt sein Geschäft auf andere Felder um.

Reisemarkt bereitet Sorgen

"Seit Jahren beobachten wir die Entwicklung des Busreisetourismus mit großer Sorge, sehen den Peak der Branche möglicherweise überschritten und stehen einer Erholung der Branche – geschweige denn einem Wachstum – äußerst skeptisch gegenüber", heißt es in der Erklärung.

Als Hauptgründe für den Rückzug gibt das Unternehmen die Corona-Pandemie und ihre Folgen sowie "den damit einhergehenden veränderten Zeitgeist" an.

Mangel an qualifizierten Reisebusfahrern

Auch der Fachkräftemangel habe eine wichtige Rolle bei der Entscheidung gespielt, heißt es. Jobs wie dem des Reiseverkehrskaufmanns oder des Busfahrers fehle "jegliche politische Lobby und damit Perspektive und Wertschätzung". Insbesondere der Beruf des Reisebusfahrers sei sehr anspruchsvoll. Man wolle es nicht verantworten, seine Kunden in die Hände unqualifizierter Mitarbeiter zu legen. Im Saarland fehlten schon heute mehr als 300 Omnibusfahrer. 

Man habe sich entschieden, sich künftig auf den öffentlichen Personennahverkehr zu fokussieren. Das Unternehmen ist bereits bei "Saar-Mobil" im Geschäft, einem Zusammenschluss privater Busunternehmen im Saarland.

Reiseverband Saar: "Nachvollziehbare Gründe"

Jörg Franzen, der Vorsitzende des sich in Gründung befindenden Reiseverbands Saar, bedauerte im Gespräch mit dem SR die Entscheidung. Bur Busse sei bislang eines der größten touristischen Unternehmen im Saarland gewesen. Aber die Argumente - gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel - seien nachvollziehbar. Die touristischen Fachkräfte hätten die hiesige Branche immer ausgezeichnet, aber nun fehlten sie "leider an allen Ecken und Enden".

Über dieses Thema berichtet auch der aktuelle bericht am 19.09.2022.

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