Aktenstapel (Foto: dpa)

Ex-Soldat zieht vor Sozialgericht

  17.06.2019 | 13:31 Uhr

Der Fall des ehemaligen Soldaten und Geheimdienstopfers Florian Crosbie landet vor dem Sozialgericht des Saarlandes. Der 29-jährige Saarbrücker, der als Soldat des Straßburger Eurokorps vom Geheimdienst MAD des Islamismus verdächtigt worden war, hat jetzt eine entsprechende Klage angekündigt.

Ehemaliger Bundeswehrsoldat Florian Crosbie klagt vor Sozialgericht
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 17.06.2019, Länge: 04:44 Min.]
Ehemaliger Bundeswehrsoldat Florian Crosbie klagt vor Sozialgericht

Damit will Crosbie eine Entschädigung durch die Bundeswehr erreichen. Das zuständige Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr hatte eine sogenannte "Beschädigtenversorgung nach dem Soldatenversorgungsgesetz" abgelehnt. Gegen diesen Bescheid will der ehemalige Soldat jetzt vor dem Sozialgericht klagen. Der Bundeswehrverband hat Crosbie zugesagt, die Kosten des Verfahrens zu übernehmen. Auf SR-Anfrage teilte der Verband mit, der Fall habe "grundsätzliche Bedeutung".

Crosbie war 2012 aufgrund einer Verwechslung in den Verdacht des Salafismus und Islamismus geraten. Nach einem mehrstündigen Verhör durch Mitarbeiter des MAD erkrankte er und wurde dienstunfähig.


ARD Themenwoche Gerechtigkeit
Ein Ex-Soldat kämpft um Gerechtigkeit
Es ist eine Geschichte wie aus einem schlechten Agentenfilm. Ein Berufssoldat aus dem Saarland wird von einem Geheimdienst fälschlicherweise verdächtigt, Terrorist zu sein. Er wird über Stunden verhört und vollkommen ahnungslos zurückgelassen. Übrig bleibt ein Leben, das aus den Fugen geraten ist - und eine zerstörte Karriere.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 17.06.2019 berichtet.

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