Das Rathaus der Stadt Saarbrücken  (Foto: SR)

BUND stellt Saarbrücker Bauprojekte infrage

Maximilian Friedrich   08.08.2021 | 20:34 Uhr

Der BUND Saarbrücken fordert Anpassungen bei aktuellen Bauvorhaben in der Landeshauptstadt, um den Klima- und Starkregenschutz zu fördern. Dabei geht es vor allem um den Erhalt von Grün- und Waldflächen. Dafür müssten zum Teil Bauprojekte komplett verworfen werden.

Durch den schweren Starkregen und die Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen rückt der Klimaschutz immer mehr in den Fokus - auch im Saarland. Der BUND Saarbrücken fordert, dass sich die Landeshauptstadt besser auf mögliche Starkregenereignisse vorbereitet.

„Der Klimawandel schreitet auch bei uns in Saarbrücken und im Saarland ungebremst voran. Bereits bei deutlich geringeren Niederschlagsmengen als im Ahrtal und in NRW können auch bei uns extreme Schäden durch solche Ereignisse eintreten", betont der Sprecher des BUND Saarbrücken, Ronald Maltha.

Wald ist der beste Starkregenschutz.

Der BUND Saarbrücken fordert deshalb, dass geplante Bauvorhaben geändert oder komplett gestrichen werden. Es müsse so viel Wald wie möglich erhalten werden.

Der Waldboden sei bei Regen wie ein Schwamm und könne gut 200 Liter pro Quadratmeter aufnehmen. Wald sei deshalb der beste Starkregenschutz.

Aus für Bauvorhaben gefordert

Die Bauplanung muss deshalb aus Sicht des BUND Saarbrücken stärker an den Klimawandel angepasst werden. "Allein das Bauvorhaben des Helmholtz-Zentrums an der Universität des Saarlandes verursacht einen Waldverlust von neun Hektar", kritisiert Roland Maltha.

Dazu kämen unter anderem zwei Hektar Verlust durch das Vorhaben im Kesselgrund Dudweiler und etwa drei Hektar durch die geplante Bebauung an einem Steilhang im Saarbrücker Wohngebiet "Am Homburg". "Alle diese Bauverfahren sind kritische Bauplanungen in Zeiten des rasanten Klimawandels", betont BUND-Sprecher Maltha.

Leerstandsnutzung als Möglichkeit

Statt diese Flächen zu roden und zu bebauen, müssten beispielsweise Baulücken in der Landeshauptstadt erschlossen werden. Nach Angaben des BUND gibt es davon 1267 in Saarbrücken, sowie 61 Hektar an Reserve-Bauflächen für Wohnen und Gewerbe.

"Wir müssen künftig eine andere Baupolitik in den Kommunen verfolgen - nachhaltiger planen und bauen", so Maltha. "Innenentwicklung, Sanierung, Modernisierung, Aufstockung und Umbau bestehender Gebäude müssen gefördert werden statt neue Flächen in Naturräumen zu versiegeln."

Grüne unterstützen Forderung

Unterstützung bekommt der BUND vom Grünen-Ortsverband Dudweiler/Scheidt. "Waldflächen und unversiegelte baumbestandene Grünflächen dienen nicht nur dem Klimaschutz, der Naherholung und dem Erhalt der Artenvielfalt, sondern sind auch ein wichtiger Bestandteil der Starkregenvorsorge", sagten dessen Sprecher Xenia Forsch-Löckmann und Jérôme Lange.

Der Ortsverband fordert eine endgültige Einstellung des Bauleitplanverfahrens für ein Baugebiet „Kesselgrund“. Die dortigen baumbestandenen Flächen müssten dauerhaft als Grünflächen erhalten bleiben. Als Ausgleich für die durch den Bau des Helmholtz-Zentrums verlorene Waldfläche solle im Stadtbezirk ein Erholungsurwald geschaffen werden.


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