Polizisten im Einsatz (Foto: picture alliance/Silas Stein/dpa)

BDK kritisiert Personalsituation im Saarland

Jonathan Janoschka /Onlinefassung: Anne Staut   29.07.2019 | 12:32 Uhr

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hat die Personalsituation im Saarland massiv kritisiert. Das angekündigte Ende des Personalabbaus im kommenden Jahr führe lediglich dazu, dass die Situation auf "unterstem Niveau" stagniere.

Interview: "Wir werden jetzt schon mit unseren Aufgaben nicht mehr fertig"
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen, 29.07.2019, Länge: 02:48 Min.]
Interview: "Wir werden jetzt schon mit unseren Aufgaben nicht mehr fertig"

Seit Jahren müssten Kriminalpolizisten die Personalengpässe austragen, ohne dass das nach außen sichtbar werde. Die Kriminaldienste, vor allem in der Landeshauptstadt, seien unterbesetzt.

Die Folgen sind massiv, so der BDK. Umfangreiche Ermittlungen der Fachdezernate könnten nur noch gerade so vor der Verjährungsfrist abgeschlossen werden, Durchsuchungsbeschlüsse würden oft nur verspätet vollstreckt.

Mitarbeiter wechseln in freie Wirtschaft

Der Fachbereich Cybercrime habe mit immer höheren Fallzahlen zu kämpfen, ohne dass neue Mitarbeiter eingestellt werden. Die hohe Arbeitsbelastung führe dazu, dass immer mehr Mitarbeiter in andere Bundesländer, zum BKA oder in die freie Wirtschaft wechselten.

Und die Situation spitzt sich laut dem BDK weiter zu: Wegen anstehender Ruhestandsversetzungen stehe in wenigen Jahren in einigen Abteilungen nur noch ein Bruchteil der Ermittler zur Verfügung.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3-Rundschau vom 29.07.2019 berichtet.

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