Justizia (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Prozess um Hausbrand in Wallerfangen hat begonnen

Thomas Gerber / Onlinefassung: Axel Wagner   10.01.2020 | 16:08 Uhr

Ein 26-Jähriger, der im Sommer in Wallerfangen ein Haus angezündet hatte, muss sich seit Freitag vor dem Landgericht verantworten. Ihm wird unter anderem schwere Brandstiftung vorgeworfen. Der Mann hatte mit seiner Mutter in dem Haus gelebt.

Halbnackt saß der Angeklagte am frühen Nachmittag des 10. Juli auf dem Schornstein des Anwesens an der Kirchhofstraße, nachdem er auf dem Balkon ein Feuer entfacht hatte. Polizeibeamte konnten ihn schließlich überzeugen, vom Dach zu steigen.

Schon früher auffällig

Bereits ein paar Monate zuvor war er auffällig geworden. Mitten in der Nacht hatte er mit einem Klappspaten und einem Messer bewaffnet Nachbarn bedroht. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 26-Jährige weder dafür noch für den Brand, bei dem lediglich Sachschaden entstanden war, verantwortlich gemacht werden kann. Er leide offenbar unter einer Psychose.

Ob das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Unterbringung in der Merziger Forensik nachkommt, ist nach dem Prozessauftakt am Freitag allerdings fraglich. Seit seiner Verhaftung im Juli ist der 26-Jährige bereits in Merzig, bekommt keinerlei Medikamente und will, wie er sagte, eine Suchttherapie machen. Am Tag, als er auf dem heimischen Balkon Feuer gelegt habe, habe er vier Kästen Bier getrunken.

Unterbringung noch unklar

Ob der 26-Jährige in die Forensik muss oder mit einer Bewährungsstrafe nebst Therapieauflage davon kommt – entscheidend dürfte sein, was der psychiatrische Gutachter sagt. Der Prozess wird Ende Februar fortgesetzt.

Über dieses Thema berichtet auch die SR 3 Rundschau vom 10.01.2020

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja