Brand Wiebelskirchen (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Brandstiftung: Angeklagte verweigern Aussage

Thomas Gerber   13.02.2019 | 12:29 Uhr

Im Prozess um den tödlichen Brand von Wiebelskirchen, bei dem im April ein Mann ums Leben gekommen war, schweigen die beiden Angeklagten bislang. Der 29 Jahre alte mutmaßliche Haupttäter und sein zehn Jahre jüngerer Mitangeklagter sollen in einem überwiegend von Asylbewerbern bewohnten Haus Feuer gelegt haben.

Während der 29-Jährige weder zur Sache noch zur Person Angaben machte, äußerte sich sein zur Tatzeit 18 Jahre alter mutmaßlicher Komplize immerhin zu seinem Lebenslauf. Dabei wurde deutlich: Die intellektuellen Fähigkeiten des inzwischen 19-Jährigen sind eingeschränkt. Nach der Förderschule für Lernbehinderte arbeitet er zurzeit in einer Einrichtung der Lebenshilfe im Landschaftsbau und ist nicht geschäftsfähig.

Angeklagte große Feuerwehrfans

Sein Anleiter schilderte ihn als Mitläufer, als jemanden, der schlecht Nein sagen könne. Der 19-Jährige soll bei der Tat Schmiere gestanden haben. Laut Anklage sind beide Beschuldigten ausgesprochene Feuerwehrfans. Ihre Kommunikation in WhatsApp-Sprachnachrichten habe sich in der Regel auf dieses Thema beschränkt.

Der 29-Jährige hatte mehrfach versucht, Mitglied der Feuerwehr zu werden, was aber mangels Eignung abgelehnt wurde. Er soll in der Vergangenheit gezündelt haben und auch er soll intellektuell stark eingeschränkt sein. Möglicherweise war den beiden also nicht bewusst, was sie taten. Vieles spricht für zumindest verminderte Schuldfähigkeit.

Video [aktueller bericht, 13.02.2019, Länge: 3:10 Min.]
Angeklagte der Brandstiftung in Wiebelskirchen schweigen

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 13.02.2019 berichtet.

Artikel mit anderen teilen