Nach dem Großbrand in Homburger Lagerhalle (Foto: SR)

Homburg: Ministerium sieht keine Lebensgefahr

Axel Wagner / mit Informationen von Eva Lippold   26.03.2019 | 21:06 Uhr

Nach dem Großbrand einer Halle der Kunststofffirma Mobius in Homburg geht das Umweltministerium weiter davon aus, dass die Gesundheit der Homburger nicht gefährdet ist. Die Zeitung „Rheinpfalz“ hatte am Dienstag berichtet, es bestehe Lebensgefahr.

Kollegengespräch: "Die Analyse der Schadstoffe in der Luft steht noch aus"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Nadine Thielen/Eva Lippold, 26.03.2019, Länge: 03:13 Min.]
Kollegengespräch: "Die Analyse der Schadstoffe in der Luft steht noch aus"

Bei der Verbrennung des in Homburg gelagerten Kunststoffgranulats Polyurethan wurden neben Stoffen wie CO2, H2O, Aminen und Aldehyden in geringen Mengen auch Isocyanate freigesetzt. Diese sind stark giftig und haben nach einer Beurteilung des bayrischen Umweltamtes krebserregendes Potenzial.

Dennoch geht das saarländische Umweltministerium davon aus, dass keine Gesundheitsgefahr besteht. Unter anderem sei das Wetter am Hauptbrandtag sehr günstig gewesen, außerdem werde es bei solch einem Großbrand so heiß, dass nicht mit kritischen Konzentrationen zu rechnen sei. Die Ergebnisse der PAK-Analyse, also der Untersuchung der Schadstoffe in der Luft (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe), stehen allerdings noch aus.

Unklarheit über Zuständigkeiten

Wer genau für die Schadstoffmessungen eigentlich zuständig ist, bleibt aber ungeklärt. Die Feuerwehr hat nach Angaben von Einsatzleiter Peter Nassan zwar während des gesamten Brandes Messungen der Luft durchgeführt. Eigentlich sei aber die Landesbehörde für die Messungen zuständig. Das Umweltministerium sieht die Zuständigkeit hingegen bei der Feuerwehr. Das Landesamt habe nur als „unterstützende Behörde“ Niederschlagsproben genommen.

Bislang hat sich das Umweltministerium mit der Veröffentlichung von Grenzwerten komplett zurückgehalten, und es liegen bis heute noch gar nicht alle Messwerte, etwa die Analyse der Niederschlagsproben und der Schadstoffe in der Luft, vor. Dennoch gab es die Entwarnung an die Bevölkerung raus.

Der unmittelbare Umkreis des Brandes ist abgesperrt, ihn dürfen nur Einsatzkräfte der Feuerwehr mit Haut- und Atemschutz betreten, nach Angaben des Einsatzleiters mit höchster Schutzstufe. Die Kleidung werde anschließend geprüft, gereinigt und gegebenenfalls entsorgt.

Asche ohne Granulat und Asbest

Hinsichtlich des Ascheregens, der über Homburg niedergegangen war, sagte Nassan, es handele sich nicht um Kunststoffgranulat. Vielmehr sei es verbranntes Plastik-Wellblech, mit dem das Dach der Halle gedeckt war. Essen solle man es zwar nicht, aber es sei nicht gefährlich und könne über den Hausmüll entsorgt werden. Nach dem Kontakt solle man sich aber aus hygienischen Gründen die Hände mit Seife waschen.

Auch Befürchtungen, das Dach der Lagerhalle könnte mit Asbestzementplatten gedeckt gewesen sein, konnte das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz entkräften. Das Material sehe zwar nach Asbestzementplatten aus, es handele sich aber um glasfaserverstärkte Kunststoffplatten.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Region am Nachmittag vom 26.03.2019 berichtet.

Artikel mit anderen teilen