Borkenkäfer (Foto: picture alliance/Matthias Hiekel/ZB/dpa)

Borkenkäfer richtet Millionenschaden an

Axel Wagner / mit Informationen von Herbert Mangold   18.12.2018 | 14:57 Uhr

Der Sommer hat dieses Jahr nicht nur ein optimales Wetter für Sonnenanbeter geboten. Auch der Borkenkäfer hat das warme und trockene Wetter genossen und sich explosionsartig vermehrt. Jetzt gibt es große Kahlflächen, rund 100 Hektar Wald hat der Forstschädling verwüstet und damit für einen Schaden in Millionenhöhe gesorgt. Damit es nicht so bleibt, hat Saarforst eine neue Aufforstungsaktion gestartet.

Auf den Förster Urban Backes und seine Mitarbeiter wartet viel Arbeit, um diese Flächen aufzuforsten. Normalerweise werden rund 15.000 Pflänzchen pro Hektar in die Erde gebracht von denen letztlich nur fünfzig bis achtzig in hundert Jahren groß werden.

Förster Backes hat sich entschieden, die kaputten Fichten durch Eichen zu ersetzen. Diese seien dem Standort angepasst, außerdem werde kein Pflanzstock benötigt, ein Gartengerät, mit dem Löcher zum Einsetzen von Pflanzen in den Boden getrieben werden. Und dadurch kann Backes Kosten sparen. „Die Pflanzen der Baumschule sind Leckerbissen für die Rehe, und das sollten sie gerade nicht sein.“ Durch standortgerechte Vorausberechnungen der Waldverjüngung müssen so pro Hektar nur zwischen 700 und 2800 Eicheln ausgesät werden.

Video [aktueller bericht, 18.12.2018, Länge: 3:07 Min.]
Borkenkäfer sorgt für große Schäden

Ungewöhnlich ist in diesem Jahr, dass die Schäden der Borkenkäfer auch in den vergangenen Wochen noch zugenommen haben. Durch den trockenen Herbst und Winteranfang konnte sich der Schädling auch jetzt noch weiter ausbreiten. Bäume, die von Weitem noch grün und gesund aussehen, stellen sich bei näherer Betrachtung als tot heraus. Die ersten Rindenteile fallen schon ab.

Da der Saarforst die Schädlinge frühzeitig entdeckt hatte, konnte ein örtlich begrenzter Kahlschlag Schlimmeres verhindern.

Großer finanzieller Schaden

Inzwischen sind die Holzpreise auf 40 Euro pro Festmeter gefallen – insgesamt ein Verlust von einer Million Euro. „Wenn sich da nichts Großartiges tut“, sagt Backes, „dann erwarten wir im nächsten Jahr ähnliche Schadensfälle wie in diesem.“ Doch die finanziellen Schäden sind nur ein Problem, mit dem Saarforst nun zurechtkommen muss. Wenn nicht schnell aufgeforstet wird, schadet dies auch dem Wald, weil vor allem Brombeerhecken dann die Kahlflächen in Besitz nehmen. Dann, so Backes, „macht es fast keinen Sinn mehr, mit Pflanzungen anzufangen“. Denn der Aufwand, Flächen freizustellen und auf Dauer freizuhalten, sei enorm hoch. So hofft nun Saarforst, dass der Winter kalt und vor allem nass wird. Denn dann können sich die Borkenkäfer nicht so stark vermehren.

Borkenkäfer im Saarland (18.12.2018)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 18.12.2018, Länge: 00:26 Min.]
Borkenkäfer im Saarland (18.12.2018)

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht vom 18.12.2018 berichtet.

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