Junge Frauen in einem Bordellbetrieb (Foto: dpa)

Bordell darf vorerst nicht wiedereröffnen

  04.06.2020 | 15:02 Uhr

Das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes hat den Antrag eines Bordellbetreibers auf Wiedereröffnung seines Etablissements zurückgewiesen. Der Betreiber wollte den entsprechenden Verbotspassus der aktuellen Coronaverordnung des Landes kippen.

Das absolute Verbot der Prostitution und von Prostitutionsstätten sei ein Eingriff in die Berufsausübungsfreiheit, so die Auffassung des Bordellbetreibers. Zudem prangerte der Unternehmer die Ungleichbehandlung im Verhältnis zu anderen körpernahen Dienstleistern wie Friseuren, Kosmetikstudios und Massagesalons an und verwies auf sein entwickeltes Hygienekonzept.

Hygienekonzept ungeeignet

Doch das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes wies den Antrag zurück. Das Verbot des Betriebs eines Bordells sei gemäß der aktuellen Corona-Pandemie-Verordnung der Landesregierung, die bis zum 14. Juni gültig ist, „nach wie vor erforderlich und verhältnismäßig“. Das vorgelegte Hygienekonzept des Bordellbetreibers sei zudem ungeeignet, das Infektionsrisiko zu reduzieren. Eine Kontrolle der Hygienevorgaben sei anders als bei Friseuren oder Kosmetikstudios nicht zu gewährleisten.

Mit Blick auf den vermeintlichen Eingriff in die Grundrechte des Bordellbetreibers zog das Gericht das Grundgesetz heran. Der Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit der noch gesunden Personen sei vorrangig.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 04.06.2020 berichtet.

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