Fernand und Marie-Claire Schitter verkaufen in Frankreich Feuerwerk. (Foto: Lisa Huth/SR)

Böllerkauf lockt viele nach Frankreich

Lisa Huth   29.12.2021 | 20:33 Uhr

Anders als im Saarland dürfen im französischen Nachbar-Département kleine Silvester-Raketen und Böller verkauft werden. Das lockt offenbar viele Deutsche an, berichtet der Feuerwerks-Verkäufer Fernand Schitter aus Stiring.

Normalerweise sind Böller und Raketen zum Jahreswechsel eine übliche und beliebte Tradition – die Corona-Pandemie erfordert allerdings ein Umdenken. Auch in diesem Jahr ist der Verkauf von Feuerwerk im Saarland verboten. Dadurch soll die Zahl der durch Feuerwerk verursachten Verletzungen reduziert werden, um die Situation in den Krankenhäusern nicht weiter zu verschärfen.

Andere Regeln in Frankreich

In Frankreich gibt es dieses generelle Verbot nicht – was offenbar viele Deutsche anlockt, die sich dort mit Feuerwerkskörpern eindecken. Sie kommen nicht nur aus dem Saarland, sondern auch aus anderen Teilen Deutschlands, berichtet Fernand Schitter, der in Stiring-Wendel Feuerwerk verkauft. In diesem Jahr habe er 80 Prozent seiner Ware schon vor Weihnachten verkauft – zum Großteil an Deutsche.

Lediglich der Verkauf von großen Silvesterraketen ist im französischen Département Moselle verboten. Strengere Regeln gelten dagegen im Elsass: Die Behörden hatten zuletzt angekündigt, Ausschreitungen an Silvester bereits im Keim ersticken zu wollen.

Elsass setzt auf mehr Polizei

Nach Angaben der Präfektur werden in der Nacht zu Neujahr 2.000 Polizisten, Gendarmen und Rettungskräfte im Einsatz sein. Auch für mögliche Opfer und Menschen, die Straftaten anzeigen möchten, wird das Personal erhöht. Zudem sind der Verkauf, Kauf, Transport und Überlassung von Feuerwerkskörpern jeglicher Kategorie verboten. Zuwiderhandlungen können mit bis zu 1500 Euro bestraft werden.

Außerhalb des Grenzgebiets zu Deutschland wird in Frankreich zu Silvester kein Feuerwerk verkauft, da das Böllern dort nicht zum traditionellen Jahreswechsel dazu gehört.

Alkoholverbot in Straßburg

In der Öffentlichkeit darf kein Alkohol verkauft oder konsumiert werden. Für Jugendliche unter 16 gibt es an Silvester eine Ausgangssperre zwischen 22.00 und 6.00 Uhr. Das gilt für Straßburg und die Gemeinden des Straßburger Stadtverbandes. Und schließlich ist es bis zum 3. Januar noch verboten, brennbares Material in Kanistern oder ähnlichen Behältern zu kaufen, verkaufen, verteilen oder zu transportieren.

Ein Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen gilt in diesem Jahr zum Beispiel auch in Saarbrücken.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Sendung "Region am Nachmittag" am 29.12.2021 berichtet.

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