Ein saarländischer Förderturm im Sonnenuntergang.  (Foto: IMAGO / Becker&Bredel)

Wo sich das Saarland hebt und senkt

  11.03.2022 | 18:12 Uhr

Wenn Bodenbewegungen frühzeitig erkannt werden, können schwere Schäden an Gebäuden, an der Infrastruktur und der Umwelt vermieden werden. Wo sich der Boden im Saarland hebt und senkt, lässt sich nun mit einem Blick ins Bodenbewegungskataster des Saarlands feststellen. Die Karte ist auf dem Geoportal des Landes kostenlos verfügbar.

Um Schäden an Gebäuden, an der Verkehrsinfrastruktur und der Umwelt vorzubeugen, müssen risikobehaftete Bodenbewegungen frühzeitig ermittelt werden. Ein wichtiges Hilfsmittel ist dabei laut Saar-Umweltministerium das Bodenbewegungskataster "SaarBoBeKa", das über das Geoportal des Saarlandes zu erreichen ist. Hier lässt sich ablesen, in welchen Gebieten im Saarland mit größeren Bodenbewegungen zu rechnen ist.

Der Großteil des Saarlands ist auf der Karte des Bodenbewegungskatasters "SaarBoBeKa" grün eingefärbt. Das heißt, hier gibt es lediglich kleinere Bodenbewegungen.

Sie werden laut Thomas Engel, Sachgebietsleiter für Satellitengestützte Fernerkundung beim Landesamt für Vermessung, Geoinformation und Landesentwicklung (LVGL), durch saisonale Schwankungen des Grundwasserspiegels ausgelöst und haben keine negativen Folgen.

Ehemalige Grubengebiete besonders betroffen

Lokal lassen sich im Saarland jedoch größere Bodensenkungen und -hebungen ausmachen. An einzelnen Punkten rund um Hülzweiler hat sich die Erde etwa innerhalb von sechs Jahren um rund 13,22 Zentimeter gesenkt.

Bei Illingen gab es im gleichen Zeitraum Senkungen von rund 5,56 Zentimetern, in Falscheid von rund 4,67 Zentimeter, in Fischbach-Camphausen von rund 1,72 Zentimeter.

Keine großen Überraschungen

Bodenhebungen gab es an einzelnen Messpunkten hingegen vor allem im Bereich rund um Großrosseln mit 4,09 Zentimetern in sechs Jahren. In der Nähe der Dillinger Innenstadt sind unter anderem Hebungen von 7,65 Zentimetern angegeben.

Insgesamt habe es jedoch keine großen Überraschungen gegeben. "Die üblich bekannten Bergbaugebiete sind besonders betroffen", sagt Engel.

Folgen des Bergbaus

Die Senkungen sind Folgen des Bergbaus. "Bei den Bodensenkungen handelt es sich um Setzungserscheinungen durch den Abbau der Kohle", erklärt Engel.

Auch die Bodenhebungen, die etwa im Bereich rund um Großrosseln und im Warndt zu beobachten sind, wurden durch den Bergbau hervorgerufen – auch diese Beobachtung kam für die Experten vom LVGL nicht überraschend.

"Die Hebungen im Bereich des Warndts sind uns bereits seit Jahren bekannt. Sie werden durch den Grubenwasseranstieg auf der französischen Seite ausgelöst", so Engel.

Jährliche Aktualisierung

Die Bodenbewegungen werden auf Basis von Satellitendaten ermittelt und werden zusätzlich durch elf Multisensorstationen kontrolliert. Das Bodenbewegungskataster soll ab sofort jährlich aktualisiert werden.

Das saarländische Bodenbewegungskataster ist auf dem Online-Geoportal des Saarlands veröffentlicht und kostenlos verfügbar. Erarbeitet wurde das "SaarBoBeKa" durch das Landesamt für Vermessung, Geoinformation und Landesentwicklung in Zusammenarbeit mit der RAG auf Initiative des Saar-Umweltministeriums.

Über dieses Thema hat auch die Sendung "aktuell - 17.00 Uhr" am 11.03.2022 im SR Fernsehen berichtet.

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