Karlheinz Blessing, Personalvorstand VW-Konzern, ehemaliger Vorstandsvorsitzender Dillinger Hütte (Foto: dpa)

Blessing wird wegen Untreue angeklagt

  28.07.2020 | 20:37 Uhr

Im Rechtsstreit um möglicherweise überhöhte Zahlungen an Betriebsratsmitglieder von Volkswagen muss sich nun auch der frühere Chef der Dillinger Hütte und von Saarstahl, Karlheinz Blessing, vor Gericht verantworten. Ihm wird Untreue zur Last gelegt.

Das Landgericht Braunschweig ließ am Dienstag die Anklage gegen zwei frühere Vorstandsmitglieder sowie einen ehemaligen und einen aktuellen Personalmanager des Autobauers wegen des Verdachts der Untreue zu. Das Verfahren sei entsprechend den Anklagevorwürfen der Staatsanwaltschaft eröffnet, teilte das Gericht mit.

Unter den Beschuldigten ist auch der ehemalige Konzernpersonalvorstand Karlheinz Blessing. Sein Anwalt Hanns Feigen kündigte an, auf Freispruch zu plädieren. "Die Anklagevorwürfe sind in tatsächlicher wie rechtlicher Hinsicht unbegründet", sagte Feigen auf Anfrage.

Der rechtliche Vorwurf lautet auf Untreue, auch in besonders schwerer Form. Die Angeklagten sollen zu hohe Gehälter und Boni an fünf Mitglieder des Betriebsrats genehmigt haben. Dadurch seien dem Konzern zwischen Mai 2011 und Mai 2016 mehr als fünf Millionen Euro Schaden entstanden, so die Staatsanwaltschaft.

Langjähriger Stahlvorstand im Saarland

Blessing war in den 90ern für zwei Jahre SPD-Bundesgeschäftsführer. Kurz nach seinem Ausscheiden wechselte er in die saarländische Stahlindustrie. Zunächst war er Arbeitsdirektor bei der Dillinger Hütte, ab 2007 in Personalunion auch bei Saarstahl. 2011 wurde er Vorstandschef der Dillinger Hütte, 2012 auch bei Saarstahl und zugleich Geschäftsführer der Stahl-Holding-Saar (SHS). Anfang 2016 verließ er die Stahlindustrie und wechselte als Personalvorstand zu Volkswagen.

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