Bischof Ackermann mit Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg (r)  (Foto: picture alliance/dpa | Harald Tittel)

Bistum Trier will raus aus den roten Zahlen

  12.10.2021 | 13:00 Uhr

Das Bistum Trier will seine Ausgaben senken. Damit reagiert das Bistum auf die zurückgehenden Einnahmen durch die Kirchensteuer. Dafür sollen unter anderem Verwaltungsprozesse einfacher werden.

Das Bistum Trier schreibt seit mehreren Jahren rote Zahlen. Grund dafür sind nach Angaben des Bistums zum einen die hohen Summen, die in der anhaltenden Niedrigzinsphase zurückgestellt werden müssen, um künftige Pensionsleistungen abzusichern. Zum anderen gibt es weiterhin eine hohe Zahl an Kirchenaustritten.

Bistum muss gegensteuern

Dabei sei derzeit auch keine Trendwende zu erwarten. Das Bistum Trier rechnet stattdessen damit, dass die Einnahmen aus der Kirchensteuer bis 2035 um ein Drittel zurückgehen werden. Dadurch steige das jährliche Defizit auf rund 130 Millionen Euro.

Wenn das Bistum nicht gegensteure, gehe die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben immer weiter auseinander. Die Rücklagen seien dann bis spätestens 2028 aufgebraucht.

Mehr ehrenamtliche als hauptamtliche Kirche

Um aus den roten Zahlen zu kommen, sollen im Bistum Trier unter anderem Verwaltungsprozesse einfacher und kosteneffizienter gestaltet werden. Änderungen soll es auch bei der Gemeindefinanzierung geben.

Bischof Stephan Ackermann erklärte in diesem Zusammenhang, er wolle mit allen Beteiligten die Veränderungen nicht erleiden, sondern gestalten. Er geht davon aus, dass die Kirche in Deutschland künftig mehr eine ehrenamtliche als eine hauptamtliche Kirche sein werde.

Hohe Ausgaben für Seelsorge, Verwaltung und Bildung

Die höchsten Ausgaben hatte das Bistum Trier 2020 mit 152,9 Millionen Euro im Bereich Seelsorge und Verwaltung. Aber auch für katholische Schulen und Religionsunterricht (66,3 Millionen Euro) sowie Kindertageseinrichtungen (53,4 Millionen Euro) fallen hohe Kosten an.

Die Kosten für Schulen und Religionsunterricht werden dabei vor allem über Zuschüsse, Zuweisungen oder sonstige Erträge gedeckt. Die anderen beiden Bereiche werden allerdings hauptsächlich über die Kirchensteuer finanziert.

Zum Bistum Trier gehören rund 1,3 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Mehr zu den Plänen des Bistums

Zur Website des Bistums

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 12.10.2021 berichtet.

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