Eine Wärmepumpe und ein angeschlossener Energiespeicher stehen in einem Heizungskeller eines Neubaus (Foto: picture alliance / Daniel Maurer/dpa | Daniel Maurer)

Bistum Trier will vorerst keine Heizungen mit fossilen Brennstoffen mehr einbauen

  16.05.2022 | 13:02 Uhr

In Immobilien des Bistums Trier und der Kirchengemeinden dürfen vorerst für ein Jahr keine Heizungsanlagen mit fossilen Brennstoffen wie Gas oder Öl geplant und gebaut werden. Insgesamt verfügt das Bistum nach eigenen Angaben über mehr als 3000 beheizte Gebäude wie Kirchen, Schulen, Kindergärten und Pfarrheime.

Das Bistum Trier hat einen einjährigen Planungs- und Baustopp für Heizungsanlagen mit fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl erlassen. Die Anordnung gilt nach Kirchenangaben für alle Immobilien des Bistums und der Kirchengemeinden. Bis zum 31. Mai 2023 seien weder Generalsanierungen noch der Austausch und Einbau solcher Heizungsanlagen genehmigungsfähig, teilte das Bistum am Montag mit.

Instandsetzungen und kleinere Maßnahmen an bestehenden Heizungsanlagen würden nur genehmigt, wenn der Brennstoffverbrauch deutlich sinke, eine effiziente Nutzung der Immobilie dauerhaft notwendig und sichergestellt sei sowie alternative Heizungskonzepte geprüft und gegebenenfalls umgesetzt worden seien.

Ukraine-Krieg und Klimaschutz als Gründe

Nach einem Jahr solle es dauerhafte verbindliche Regelungen geben, um die Klimaschutzziele des Bistums zu erreichen. "Die globale Klimakrise, der Ukraine-Krieg und unsere christliche Verantwortung für die Schöpfung zwingen uns zu einer konsequenten Abkehr von den fossilen Brennstoffen Kohle, Erdöl und Erdgas", teilte Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg mit.

Bereits im März hatte von Plettenberg als Zeichen der Solidarität und Anteilnahme mit den Menschen in der Ukraine die Kirchengemeinden im Bistum gebeten, die Kirchenheizungen abzustellen oder zu drosseln.

Mehr als 3000 beheizte Gebäude

In seinem Energiebericht weist das Bistum Trier mehr als 3000 beheizte und mit Strom versorgte Gebäude aus. Zum Immobilienbestand des Bistums gehören Kirchen, Kindertagesstätten und Kindergärten, Pfarrhäuser, Pfarrheime und Pfarrzentren, Schulen und Verwaltungsgebäude.

Deren Energieverbrauch lag für das Heizen im Jahr 2020 bei rund 142 Millionen Kilowattstunden und einem CO2-Ausstoß von knapp 40.000 Tonnen.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja