Demonstration gegen die Bistumsreform vor dem Trierer Dom im Oktober 2018. (Foto: SR/Oliver Buchholz)

Widerstand gegen Bistumsreform wächst

dpa   10.01.2019 | 07:52 Uhr

Die Protest-Initiative gegen die geplante Strukturreform im Bistum Trier bekommt nach eigenen Angaben weiter Zulauf. Es hätten sich bereits 288 Kirchengemeinden den Beschlüssen der Initiative "Kirchengemeinde vor Ort" angeschlossen, sagte deren Sprecher, der Saarländer Harald Cronauer. Das sei fast ein Drittel aller Gemeinden im Bistum Trier.

Und die Anhängerschaft wächst laut Cronauer weiter: "Gerade wenn den Menschen klar wird, was da wirklich gespielt wird, dann werden es noch mehr." Die Bistumsreform sieht vor, dass ab 2020 aus 887 kleinen Pfarreien, die bereits in 173 Pfarreiengemeinschaften zusammengefasst sind, 35 Großpfarreien entstehen. 25 der geplanten Pfarreien liegen in Rheinland-Pfalz, zehn im Saarland.

"Pfarreien ohne Unterbau können niemals funktionieren"

Die Pläne beruhen auf einem Reformpaket, das eine Synode Ende April 2016 für das Bistum beschlossen hatte. "Wir wehren uns nicht gegen die Beschlüsse der Synode", sagt Cronauer. Aber gegen die Auflösung der Gemeinden und Pfarreien, die die Synode so nicht beschlossen habe. "Pfarreien ohne Unterbau können niemals funktionieren." Er forderte, dass die Verantwortung der Gremien und Vermögen vor Ort blieben. Sonst würde das kirchliche Leben vor Ort mitsamt Ehrenamt "vernichtet".

Cronauer glaubt, dass etliche Katholiken im Bistum angesichts der Pläne "am Verzweifeln" seien. "Manche haben schon resigniert, manche treten aus. Das höre ich überall, dass Menschen austreten werden."

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